VAREL - Großer Erfolg für drei Gymnasien aus dem Nordwesten: Beim Schülerfriedenspreis des Landes Niedersachsen bekamen sie für ihr Zeitzeugenprojekt „The European Niners – 1939 – 1949 – 1989 – 2009“ den zweiten Preis. Beteiligt waren das Lothar-Meyer-Gymnasium Varel, das Gymnasium Westerstede und das Gymnasium Ganderkesee. Zu der Projektgruppe gehörten auch ein Gymnasium aus Verden und die vier polnischen Partnerschulen. Der Preis ist mit 800 Euro dotiert.

Kultusminister Bernd Althusmann (CDU) sprach bei der Preisverleihung am Mittwoch in Hannover von einem „großartig aufbereiteten“ und „sehr gut dokumentierten“ Projekt. Der Preis sei den Schulen zugesprochen worden, weil Sie die Themen „Völkerverständigung, Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft und Medienkritik“ erfolgreich miteinander verknüpft hätten.

„Für die Schüler ist das ein ganz wichtiger Preis“, betonte Projektleiter Michael Timpe vom Gymnasium Westerstede. Die Teilprojekte seien auf einer gemeinsamen Internetseite zusammengeführt worden. Beteiligt waren vor allem die 10. Klassen der Schulen und einige Schüler aus den Jahrgängen 12. Aus fast allen polnischen Partnerschulen in Breslau und Lodz waren Schüler und Lehrer angereist.

Ziel des Projektes war es, die beteiligten deutschen und polnischen Schüler mit den Bildern vom anderen in den Medien vertraut zu machen – und mit den Menschenrechtsverletzungen, die daraus entstanden sind oder entstehen. Dies wurde durch Spurensuche in beiden Ländern einmal in der Vergangenheit und einmal in der Gegenwart belegt, etwa durch Befragen von Zeitzeugen.

Der Schülerfriedenspreis wurden in diesem Jahr insgesamt elf Schulen aus Niedersachsen ausgezeichnet. Die beiden ersten Preise gingen an die Gesamtschule Schinkel aus Osnabrück. Der Schülerfriedenspreis hat in Niedersachsen eine lange Tradition. Er wird jedes Jahr für besondere Leistungen verliehen, die der Förderung des Zusammenlebens mit Fremden, der Verbesserung der Völkerverständigung, der Gewaltprävention und dem Abbau von Vorurteilen dienen. Insgesamt gab es Preisgelder in Höhe von 3400 Euro.

„Ich gratuliere ihnen zu diesen Leistungen. Mit ihrem Engagement haben sie viel zur Integration, zum Abbau von Gewalt, zum respektvollen Umgang mit anderen oder zur Erinnerungsarbeit beigetragen“, sagte Althusmann.