VAREL - Bei Hergen Gerdes ist die Sonnenblume nicht nur gelb, sondern auch pink, schlammfarben, rot, weiß, orange, blau, grün-blau gestreift und orange. Neun Sonnenblumen ergeben ein Bild, dass jetzt im Flur der BBS an der Arngaster Straße in Varel hängt. Hergen besucht aber die Klasse 10b der benachbarten Realschule Arngaster Straße. Beide Schulen arbeiten unter einem Dach. Die Flure sind aber durch Glastüren getrennt, die nur in eine Richtung zu öffnen sind. Die BBS startet um 7.15 Uhr, die Haupt- und Realschule um 8 Uhr. Deshalb sind auch die Pausen verschieden. Es gibt auch zwei Schulhöfe. In der gemeinsamen Mensa sitzen die Schüler auch meist an unterschiedlichen Tischen. „Der Kontakt zwischen Schülern und Lehrern ist minimal“, sagen BBS-Lehrer Werner Lorek und Realschullehrerin Gilda Lewerenz. „Es sind zwei Welten“, formulierte ein Schüler.
23 Schüler beteiligt
Lorek und Lewerenz wollten diese Barriere durchbrechen und haben dazu mit insgesamt 23 Jugendlichen der beiden Schulen ein Mediengestaltungsprojekt gestartet. Lewerenz ist auch Leiterin des Kreismedienzentrums, das ebenfalls im Schulgebäude an der Arngaster Straße untergebracht ist und das über diverse Computer und Digitalkameras verfügt.
Die Schüler sind alleine oder als Gruppe losgezogen und haben ihre Schule fotografiert. Nahaufnahmen wie eben jene Sonnenblume haben sie in einem Blumenladen aufgenommen. Eine Schülerin war auch mit der Kamera am Strand von Dangast. Die Jugendlichen haben sich aber auch untereinander fotografiert, ebenso arrangierte Stillleben auf den Tischen in den Klassen, einen „toten“ BBS-Schulhof oder auch Kunstbilder mit Titeln wie „Eselsbrücke“ oder „Ameisenbär“. 100 bis 200 Fotos hat jeder Schüler aufgenommen. Rund 50 wurden davon am Computer bearbeitet – überwiegend in der Freizeit. Dabei bildeten jeweils ein Realschüler der Klasse 10b und ein Wirtschaftsgymnasiast aus dem zwölften Schuljahr ein Team. „Da brauchte ich nicht viel erklären. Die Schüler haben sich am PC schnell freigeschwommen“, sagte Lewerenz. „Sie probieren lieber selber aus und wollen nicht stundenlange Erklärungen. Ich bin erstaunt, wie schnell sie mit dem Bildbearbeitungsprogramm klargekommen sind.“
20 Bilder aufgehängt
Eine Auswahl von 20 gerahmten Bildern im Format 50 mal 60 Zentimeter mit den jeweiligen Namen der Schüler zieren nun die Flure der HRS und BBS. „Die Auswahl war nicht leicht“, meinte Lorek. Schülerportraits seien aus rechtlichen Gründen nicht genommen worden. Dass nur 20 aufgehängt worden seien, habe mit den Kosten für die Bilderrahmen zu tun. Das Projekt soll aber mit anderen Schülern wiederholt werden.
Das Mediengestaltungsprojekt sollte aber nicht nur Jugendliche der beiden Schulen in Kontakt bringen, sondern ihnen auch neue Welten am Computer mit Bildbearbeitung eröffnen. Jeder Schüler erhält ein Zertifikat für seine Bewerbungsunterlagen, und im Zeugnis wird der Medienkursus ebenfalls erwähnt.
Siehe Umfrage Seite 40
Die Projektteilnehmer
