VAREL - Bei 15 Prozent der untersuchten Kindergartenkinder ließ sich in Friesland ein erhöhtes Kariesrisiko feststellen, bei den untersuchten Dreijährigen liegt der Wert sogar bei 25 Prozent. Das geht aus dem Zahngesundheitsbericht des Landkreises hervor, der am Montag in Varel vorgestellt wurde.
Seit 2005 lasse sich bei Dreijährigen eine erhöhte Zahl von Karies-Risikofällen beobachten, erläuterte Jugendzahnärztin Dr. Eike Riedinger-van Hettinga. Sie hält den vermehrten Gebrauch von Trinkflaschen in Verbindung mit süßen Säften für ursächlich. Im Untersuchungszeitraum 2008/2009 hatten 14 Prozent der Karieserkrankungen bei den Dreijährigen daraus resultiert.
Eine weitere Ursache ist nach Einschätzung der Zahnmedizinerin die Nutzung von Schnullern über das erste Lebensjahr hinaus. „Mit einem Jahr kann das Kind aus der Tasse oder dem Becher trinken.“ Kariesgefährdet seien Kinder deshalb, weil durch den Schnuller verhindert werde, dass Speichel an die Schneidezähne gelange. Der Arbeitskreis Zahngesundheit habe deshalb an verschiedenen Orten im Kreis Friesland Schnuller-Rückgaben mit dem „Krockymobil“ organisiert (dieNWZ
berichtete).Das Zahnarztteam des Landkreises hatte im Schuljahr 2008/2009 insgesamt 7904 Kinder untersucht, unter anderem, um über Mundhygiene aufzuklären und den Zahnschmelz zu härten. Insgesamt habe sich der Anteil gesunder Gebisse bei Kindergartenkindern und Grundschülern erhöht, nur das Kariesrisiko der Dreijährigen sei gestiegen. Der Arbeitskreis Zahngesundheit des Landkreises wolle daher seine Präventionsarbeit verstärken. Aktionen wie mit dem „Krockymobil“ (2009) oder dem Theaterstück „Manni Milchzahn“ (2010) sollten dazu beitragen, den insgesamt positiven Trend bei der Zahngesundheit in Friesland fortzusetzen.
Der Bericht nennt unterschiedliche Zahlen für Kindergärten und Schulen: In den Kindergärten waren 66,2 Prozent der untersuchten Gebisse gesund, 28,9 Prozent waren behandlungsbedürftig. In den Grundschulen waren 42,8 Prozent der Gebisse behandlungsbedürftig, 36,2 Prozent waren gesund, 21 Prozent saniert. „Wünschenswert ist ein tägliches Zahnputzangebot in den Einrichtungen. Ein strukturierter Tagesablauf, in dem das Zähneputzen für jedes Kind zum Alltag gehört, bietet eine Chance, die Zahngesundheit nachhaltig zu sichern und zu fördern“, wünscht sich der Arbeitskreis Zahngesundheit. Voraussetzung für einen nachhaltigen Erfolg sei eine weitere Sensibilisierung aller Personengruppen, die für Kinder Sorge tragen.
