VECHTA - Mit einem akademischen Festakt hat jetzt die Hochschule Vechta Professor Dr. Christoph Küper in den Ruhestand verabschiedet, der seit 1995 im Fach Anglistik tätig war. Dieses habe er weitgehend allein organisiert, sagte Hochschulpräsidentin Professor Dr. Marianne Assenmacher in ihrem Grußwort.

Forschung immer im Blick

Mit seiner ruhigen und loyalen Art – so Assenmacher weiter – habe er die Gremienarbeit konstruktiv unterstützt und viele Studenten erfolgreich zum Abschluss geführt. „Trotz der vielfältigen organisatorischen Aufgaben in Ihrem Fach und in der Lehre haben Sie die Forschung nicht aus dem Blick verloren“, lobte Assenmacher.

Leidenschaft für Literatur und deren Vermittlung an die Studierenden hätten Küper besonders ausgezeichnet. Das machten die verschiedenen Redner und Laudatoren allesamt deutlich. „Professor Küper hat seine Studierenden immer vorbehaltlos unterstützt“, ergänzte Studentenvertreter Arnold Hobbacher.

Experte der Vers-Poetik

Seinen Kollegen aus der Wissenschaft gilt Küper als ausgewiesener Experte der Linguistik, der Metrik und der Poetik. „Es gibt keinen besseren Kenner der Poetik des Verses als Professor Küper“, würdigte Laudator Professor Dr. Wolfgang G. Müller, der Küper 2003 bei einem Symposium kennen gelernt hatte. In der Fachwelt genieße dieser hohes Ansehen als „bedeutendster Metrikforscher nicht nur in Deutschland“.

Laudator Professor Dr. Wilfried Kürschner betonte die besondere disziplinübergreifende Arbeitsweise Küpers: Die Verbindung zwischen Literatur- und Sprachwissenschaft, zwischen Anglistik und Germanistik sowie der übergeordnete Bezug zur Didaktik seien wissenschaftlich „durchaus bemerkenswert“.

20 Jahre Professor

Küper war 20 Jahre lang als Professor tätig, davon 14 in Vechta. In Marburg studierte er Anglistik und Germanistik, 1972 promovierte er dort. 1978 zog es ihn nach Berlin, wo er 1986 habilitierte. Nach Professurvertretungen in Berlin und Marburg sowie einer Professur für anglistische Sprachwissenschaft in Göttingen kam er 1995 nach Vechta.

Am Ende des Festaktes analysierte Küper beispielhaft eine Verszeile aus einem Gedicht von Gerard Manley Hopkins. Dabei verdeutlichte er die Verbindung zwischen Sprach- und Literaturwissenschaft und präsentierte diese eine Verszeile eindrucksvoll als „Modell der Schöpfung“.

Zum Dank an seine Gäste spielte er beim letzten Musikstück des Festaktes gemeinsam mit dem Posaunenchor der evangelischen Kirchengemeinde.