VECHTA - Franz- Josef Holzenkamp. CDU-Bundestagsabgeordneter aus dem Oldenburger Münsterland, hat sich jetzt in Berlin von dem Privatdozenten Dr. Broder Breckling vom Lehrstuhl für Landschaftsökologie der Hochschule Vechta und Dr. Werner Kratz von der FU Berlin über die Forschungen zur Gentechnik in der Landwirtschaft und zur europaweiten Erfassung atmosphärischer Schwermetall- und Stickstoffeinträge mit Moosen informieren lassen. Mit dabei waren auch Holzenkamps Fraktionskollegen Max Lehmer (CSU) aus dem Wahlkreis Erding-Ebersberg und Johannes Röring (CDU) aus dem Westmünsterland.

Nach wie vor ist der Einsatz von Gentechnik in der Öffentlichkeit umstritten. Die Vechtaer Wissenschaftler stellten Simulations-Rechnungen vor, die mögliche Risiken für ein ganzes Bundesland veranschaulichen. Die Berechnungen aus Vechta sind bundesweit die ersten dieser Art für große Räume. „Damit ist es uns gelungen, erstmalig direkt die Ebene zu erfassen, die für politische Entscheidungen wirksam ist“, sagte Broder Breckling. Die Methoden wurden in dem Verbund-Forschungsprojekt „GeneRisk“ mit auswärtigen Partnern gemeinsam entwickelt. Am 25. und 26. März findet dazu eine internationale Tagung an der Universität Bremen statt, die der Lehrstuhl für Landschaftsökologie organisiert.

Die Vechtaer Arbeitsgruppe brachte ein weiteres Thema zur Sprache. Das Umweltbundesamt hat sich aus dem europaweiten Moos-Monitoring zurückgezogen und damit das Programm, das von Vechta aus seit dem Jahr 2000 koordiniert wurde, für Deutschland beendet.

Moose speichern über mehrere Jahre Schwermetalle und Stickstoff-Verbindungen, die über die Atmosphäre in die Landschaft eingetragen werden. Nur mit ihnen lässt sich der atmosphärische Stoffeintrag räumlich hoch aufgelöst ermitteln. Mit diesem Verfahren wird nicht zuletzt abgeschätzt, ob Stallanlagen genehmigungsfähig sind, durch die unter anderem Ammoniak in die Umgebung abgegeben wird. Seit 1990 wurden alle fünf Jahre Moose an fast 7000 Orten Europas gesammelt und untersucht.

„Ohne das Moos-Monitoring steht keine vergleichbar zuverlässige und räumlich differenzierte Grundlage von Messdaten zur Verfügung, an der Berechnungen geeicht werden können“, erläuterte Kratz. Das Moos-Monitoring ist das kostengünstigste, europaweit harmonisierte Messprogramm im Rahmen der europäischen Luftreinhaltepolitik. Die Forscher haben kein Verständnis für den Ausstieg aus diesem wichtigen Bereich der Umweltvorsorge. Kratz und Schröder plädieren dafür, diese Entscheidung nochmals zu überdenken.