Bösel - Flüchtlinge in der Gemeinde Bösel nicht alleine lassen und sich ihrer annehmen: Darum geht es der Katholischen Frauengemeinschaft (KFD) Bösel. Die Frauen haben deshalb gleich mehrere Initiativen auf den Weg gebracht, mit denen sie vor allem Flüchtlingsfrauen unterstützen möchten. Eine davon ist ein Kochkursus.
Um Kontakt herzustellen und herauszufinden, ob überhaupt Interesse vorhanden ist, hatten die KFD-Frauen vor einigen Wochen bereits die Flüchtlingsfrauen, die aus Albanien stammen, eingeladen. Über die Deutsch-Kurse hatten die Böseler Frauen Kontakt aufgenommen. Die Flüchtlinge informierten sich zudem untereinander, dass es ein neues Angebot geben solle.
Schnelle Hilfe
Auf einem zweiten Treffen an diesem Dienstag wurde auch über Bedürfnisse gesprochen. Eine Frau benötigte noch einen Topf, eine andere ein Backblech oder ein Bügelbrett. „Das konnten wir alles innerhalb der KFD-Frauen organisieren“, schildert Vorsitzende Marianne Fennen im Gespräch mit der NWZ .
Ende Mai und Anfang Juni sind nun zwei Kochtermine vereinbart worden. Die Böselerin Edith Niemöller wird als ehemalige Hauswirtschafts-Lehrerin an den Berufsbildenden Schulen Friesoythe gemeinsam mit zwei KFD-Frauen Flüchtlingsfrauen aus der Gemeinde nahe bringen, wie sie aus dem Warenkorb der Lebensmittelausgabe Carla schmackhafte Gerichte kochen können.
„Nicht überstülpen“
„Ich möchte ihnen unsere deutsche Küche nicht einfach überstülpen“, sagt Edith Niemöller. Ihr gehe es auch darum, aus dem Warenkorb der Lebensmittelausgabe Gerichte zu kochen, die auch aus der albanische Küche inspiriert sein können. „Wir können viel voneinander lernen“, sagt Edith Niemöller. Im Internet habe sie dazu bereits recherchiert. Beispiel: der deutsche Pfannkuchen. Den gibt es in Albanien ebenso, nur frittiert und mit Kräutern. Auf den „gegenseitigen Austausch“ freue sie sich schon sehr, sagt die Pensionärin.
Edith Niemöller hatte bereits vor einigen Jahren für Hilfsempfänger der Lebensmittelausgabe Carla in Bösel einen Kochkursus angeboten, der sehr gut angenommen worden war. Wichtig sei ihr, dass in dem geschützten Rahmen des Abends Deutsch gesprochen wird. Und das gemeinsame Essen der gekochten Gerichte gehöre natürlich zu diesem Abend auch dazu.
Dankbar ist die KFD Bösel der Gemeinde Bösel und der Schule, dass sie für den Kochkursus die Küchen an der Oberschule nutzen kann.
Damit aber nicht genug: Die KFD Bösel wird auch Flüchtlinge im Alltag begleiten, beispielsweise wenn es um Fahrdienste zu schlecht zu erreichenden Zielen geht. Weiterhin bietet die KFD Bösel den Kindern der Flüchtlingsfamilien Hausaufgabenbetreuung an. Dieses Angebot soll bereits in der kommenden Wochen anlaufen.
