Heide - „Was macht Ihr, wenn Ihr wütend seid?“, fragt Jutta Hartz die vor ihr im Halbkreis sitzenden Kinder. „Ich schreie einen Baum an“, antwortet ein Junge, ein Mädchen sagt „ich kuschel mit meiner Katze“. „Ich rufe meine Schwester an und rede mir ihr“, sagt ein anderer Junge.
Spielerisch und kindgerecht vermitteln Jutta Hartz und Torsten Blume von der Delmenhorster Pädagogischen Puppenbühne der Polizei (PäPP) den Grundschülern der Jahrgangsstufe vier in der VGS Heide den Umgang mit guten und schlechten Gefühlen. Beim Programm „Coole Köpfe“ benennen die Kinder ihre Gefühle und zeigen ihre Grenzen auf. „Die Kinder sollen Verständnis für die Gefühle anderer entwickeln und diese respektieren. Sie sollen selbstbewusst ihre Meinung sagen und anderen klar machen, wenn ihnen etwas nicht gefällt“, heißt es bei PäPP.
Von Montag bis Mittwoch waren die Puppenspieler der Polizei in der Grundschule zu Gast.
Anhand eines Streits von Ziege und Gans erleben die Viertklässler beispielhaft den Umgang mit der eigenen Wut. Die Ziege hat ein Bild gemalt. „Das sieht aus wie eine Bratwurst mit Ohren“, sagt die Gans dazu. Darauf zwickt die Ziege der Gans in den Hintern. Die ist wiederum sehr traurig, weil beim Fußballspiel der Ziege am Strand eine Sandburg kaputt gegangen ist. Vor lauter Wut bleibt für eine Entschuldigung keine Zeit. Die Kinder spielen in Zweiergruppen nach, wie eine Entschuldigung der beiden Streithähne aussehen könnte.
Seit 1991 ist PäPP auf Tour durch die Grundschulen im Nordwesten. 2010 kam eine Gruppe in Delmenhorst hinzu. Es gibt drei Präventionsstücke. „Coole Köpfe“ zielt auf Gewaltprävention in der Grundschule. Das Theaterstück „Geschnallt!?“ dient der Verkehrserziehung von Vorschulkindern. Und mit dem Stück „Netz-Dschungel“ will PäPP die Medienkompetenz von Grundschülern steigern.
