Etzhorn - „Eigentlich war’s ganz einfach. Man hat mal Zeit für was anderes“: Mit solchen Kommentaren zogen die Kinder der Klasse 2 b der Grundschule Etzhorn Bilanz nach zehn Tagen ohne Fernseher und PC. Zusammen mit ihrer Lehrerin Bianca Bove beteiligten sie sich an diesem Medienschutzprojekt des Amtes für Jugend, Familie und Schule, das zeitgleich mit der Kinder-und Jugendbuchmesse Kibum initiiert worden war.
Zum fünften Mal hatte die Stadt Oldenburger Grundschulen zum Mitmachen eingeladen. Etwa 150 Schüler der Grundschulen Etzhorn und Haarentor machten mit. Sie verzichteten auf ihre Lieblingssendungen und griffen dafür vermehrt zu Büchern, gingen zum Spielen nach draußen und trafen Freunde, so dass keine Langeweile aufkam.
Die Auswertung des Projektes liegt nun vor. Sie erfolgte laut Hartwin Preussner vom Fachdienst Jugend und Gemeinarbeit mittels einer anonymisierten Lehrerbefragung. „Die Auswertung ergab, dass der Verzicht auf den ein- bis zweistündigen durchschnittlichen Fernsehkonsum der Kinder pro Tag gut zu schaffen war. Einige Schülerinnen und Schüler stimmte dies anfangs ein wenig traurig. Wichtig für die Kinder war es, mit Freunden und Eltern über den veränderten Tagesablauf zu sprechen und alternative Möglichkeiten der Freizeitgestaltung zu finden“, erläutert Preussner. Die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler erhielten eine mündliche Belobigung und als kleines Dankeschön jeweils eine Klassenurkunde.
Auch Lehrerin Bianca Bove fand das Experiment spannend. Zur Einstimmung hatte man in der Grundschule Etzhorn eine Lesenacht veranstaltet – um sich gegenseitig zu ermutigen. „Beim nächsten Mal wollen wir aber den Abschluss des Projektes mit einer Übernachtung in der Schule feiern“, sagt Bove.
Die Lehrkräfte hätten entscheidend zum Erfolg des Projektes beigetragen, teilt das Jugendamt mit. Auch viele Eltern hätten sich engagiert. Und schon jetzt steht fest, auch im nächsten Jahr zur Kibum heißt es wieder „Zehn Tage ohne TV und PC“.
