Altjührden - Ein Box-Sack steht in dem Raum, in dem früher die erste Klasse unterrichtet wurde, und die anderen Klassenräume wurden jeweils um einen kleinen Extra-Raum ergänzt. Im ehemaligen Schulgarten laden ein Bodentrampolin und ein Beachvolleyballfeld zum Austoben ein.
Viel getan hat sich in der alten Grundschule Altjührden, nachdem das Diakonische Werk dort zu Beginn dieses Schuljahres die Carlo-Collodi-Mädchenschule eingerichtet hat. Davon konnten sich am Freitag die Besucher des Tages der offenen Tür überzeugen.
Bevor sich die Altjührdener und andere Interessierte in dem 100 Jahre alten Gebäude umsahen, gab es eine kleine Feierstunde mit Ehrengästen. Varels Bürgermeister Gerd-Christian Wagner und Hilmar Weber, Geschäftsbereichsleiter der Jugendhilfe im Diakonischen Werk Oldenburg, betonten die gute Zusammenarbeit zwischen der Stadt Varel und der neuen Schule.
„Das ist eine Win-Win-Situation“, sagte Weber, „wir haben denselben Hausmeister, die Stadt nutzt die Schule als Wahllokal und bei Sportveranstaltungen die Behindertentoiletten der Schule. Im Gegenzug stehen Spielplatz und Sporthalle auch den Mädchen offen.
26 Mädchen aus ganz Friesland und dem Ammerland werden an der neuen Carlo-Collodi-Schule von fünf Lehrerkräften und vier pädagogischen Mitarbeitern unterrichtet. An der Förderschule mit dem Schwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung sollen Mädchen, die an der Regelschule wegen besonders extrovertiertem oder introvertiertem Verhaltens nicht mehr unterrichtet werden konnten, auf den Weg gebracht werden. Im neuen Schuljahr wird die Schule mit 32 Schülerinnen bereits ausgelastet sein.
Lob für den Mut, in Zeiten von Schulschließungen eine neue Schule zu eröffnen, gab es von Thomas Feld, Theologischer Vorstand des Diakonischen Werkes. Es erfordere auch Mut, sich Schülern zuzuwenden, die am Regelschulsystem verzweifeln. Gegen die Abschaffung von Förderschulen sprach sich in seinem Grußwort der stellvertretende Landrat Bernd Pauluschke aus.
Hilmar Weber kann eine Erfolgsbilanz vorlegen: Fast alle Schüler der Carlo-Collodi-Schulen schaffen den Schulabschluss oder konnten wieder in die Regelschulen integriert werden.
