Ramsloh - Nachdem bereits in Sroda Slaska (Polen) die Abschlussveranstaltung des Comenius-Projektes stattgefunden hat, haben nun auch am Dienstag die Beteiligten aus dem Saterland ihre Ergebnisse im Rathaus vorgestellt. Zwei Jahre lief das Projekt unter dem Motto „Prävention von Anfang an“ in der Gemeinde und der Partnerstadt.
Auf deutscher Seite hatten sich die Marienschule und der St.-Georg-Kindergarten Strücklingen, das Schulzentrum Saterland sowie die Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta beteiligt. Zum Projekt gehörten unter anderem gegenseitige Besuche und Trainingseinheiten in den Einrichtungen. Dabei wurden die Bildungssysteme verglichen, Zusammenarbeitsstrukturen entwickelt und präventive Maßnahmen ausgebaut. „Ich bin überzeugt davon, dass beide Kommunen voneinander profitiert haben“, sagte Bürgermeister Hubert Frye. „Das Projekt hat einen Abschluss, aber nicht wirklich ein Ende“, sagte Frye weiter. Denn was erarbeitet wurde, soll fortgeführt werden.
Giraffensprache
Susanne Jakobi, Leiterin des St.-Georg-Kindergartens, berichtete, dass ein enger Kontakt entstanden sei. Das Trainingsprogramm „Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall Rosenberg“ soll verankert werden. Die Kinder lernen dabei, Gefühle zu erkennen, Bedürfnisse zu benennen und sich in andere hineinzuversetzen. Teil des Konzeptes ist die „Giraffensprache“. Zwei Stoffgiraffen dienen dazu, die eigenen Gefühle spielerisch zu veranschaulichen. Auch sollen die Elternkurse „Starke Eltern – starke Kinder“ und „Sender und Empfänger – die Botschaften meines Kindes verstehen lernen“ sowie ein Elterncafé fortgeführt werden.
Die Marienschule will zur Stärkung der Sozialkompetenz die Erfahrungen der Kindergartenkinder nutzen und in einem Programm weiterführen. Eine Zirkuswoche wurde durch die Suchtberatungsstelle der Edith-Stein-Stiftung veranstaltet. „Das Zelt war für die vielen Besucher der Aufführungen zu klein“, sagte Lehrer Helmut Tellmann. Ein positiver Nebeneffekt sei, dass sich Sponsoren bei der Schule gemeldet hätten, die das Zirkusprojekt alle vier Jahre zur Hälfte mitfinanzieren wollen.
Des Weiteren hat die Marienschule zwölf Streitschlichter ausgebildet, die Pädagogische Puppenbühne der Polizei sowie die Theaterpädagogische Werkstatt Osnabrück waren zu Gast. Themen waren Gewalt, Selbstbestimmung und sexueller Missbrauch.
Beim Schulzentrum hatte die Suchtberatung der Edith-Stein-Stiftung den Lehrern der fünften und sechsten Klassen das „Bausteinprogramm schulische Suchtvorbeugung“ vermittelt. Die Polizeiinspektion Vechta-Cloppenburg führte am Schulzentrum Aktionen zur Sicherheit im Straßenverkehr durch. „Durch das Projekt als kleines Mosaiksteinchen können wir Europa ein freundlicheres Gesicht geben in diesem Jahrtausend“, sagte Peter Ziegler vom Schulzentrum.
Broschüren verteilt
26/27 Projekte würden bundesweit stattfinden. Dass das Saterland es geschafft hat, ein solches auf die Beine zu stellen, sei lobenswert. Während des Projektes wurden Broschüren und eine deutsch-polnische Internetseite erstellt. Die Broschüren werden an alle Eltern verteilt. Das Logo stammt von Antonia Hanekamp (9) aus Strücklingen. Sie hat sich bei einem Wettbewerb gegen 110 Teilnehmer aus dem Saterland und Sroda Slaska durchgesetzt.
