Apen/Augustfehn - In Apen wurden jetzt die Weichen dafür gestellt, dass die Schullandschaft in der Gemeinde in Zukunft anders aussehen könnte. Bei vier Enthaltungen hat sich der Aper Gemeinderat bei seiner Sitzung in Vreschen-Bokel dafür ausgesprochen, dass die Gemeinde zusammen mit der Oberschule Augustfehn bei der Landesschulbehörde die Umwandlung der Oberschule in eine „Integrierte Gesamtschule“ (IGS) beantragen soll. Wenn es nach den Aper Vorstellungen geht, soll die neue Schulform mit einer Sekundarstufe I (bis zur 10. Klasse) zum Schuljahr 2017/2018 in Augustfehn eingerichtet werden.

„Wir benötigen für die Einrichtung einer IGS in der Gemeinde Apen eine Ausnahmeregelung“, sagt Bürgermeister Matthias Huber und verweist darauf, dass die Gemeinde im Kultusministerium in Hannover bereits vorstellig geworden sei und dass man bei einem weiteren Termin an der Leine nun Einzelheiten absprechen möchte. Normalerweise müsse ein IGS pro Jahrgang vier Parallelklassen aufweisen, Ausnahmen ermöglichten auch die Dreizügigkeit (drei Parallelklassen pro Jahrgang). Die Vierzügigkeit (mindestens 96 Schüler pro Jahrgang) könne man in Apen nicht sicherstellen, die Dreizügigkeit (mindestens 72 Schüler pro Jahrgang über einen Zeitraum von zehn Jahren) sei erreichbar. Die IGS solle, so Huber, in Augustfehn die Oberschule ersetzen, die ausgelagerten Klassen des Gymnasiums Westerstede wolle man in der Gemeinde erhalten, um Aper Schüler ein gymnasiales Angebot machen zu können. Sofern die geplante Augustfehner IGS im Sekundarbereich I die einzige Schule am Schulstandort sei und die inhaltlichen und organisatorischen Voraussetzungen für eine Gesamtschule erfülle, könn die IGS ausnahmsweise dreizügig geführt werden.

Von Aper Seite habe man auch das Gespräch mit den Westerstedern gesucht und ausgelotet, ob die Stadt Westerstede ein IGS-Angebot in der Nachbargemeinde unterstützen werde. Mit Verweis auf die eigene vielfältige Schullandschaft in der Stadtgemeinde sei das von Westerstede abgelehnt worden.

Grundlage für den Ratsbeschluss pro IGS ist nicht zuletzt eine Elternumfrage, die die Aper Gemeindeverwaltung gestartet hatte. Dabei wurden die Eltern der Erst- bis Drittklässler aus den Grundschulen Apen, Nordloh, Augustfehn I und II sowie die Mütter und Väter der Kinder befragt, die den Schulkindergarten bzw. das letzte Kindergartenjahr besuchen.

„428 Bögen haben wir an die Eltern verteilt, davon sind 355 – 82,9 Prozent – zurückgegeben worden“, erläutert Helma Schubert, Allgemeine Vertreterin des Bürgermeisters.

Von den 355 zurückgegebenen Bögen hätten 295 ein klares ,Ja’ für die IGS aufgewiesen, auf 60 Bögen hätten Eltern „eine andere Schulform“ favorisiert. „Wir haben uns sehr darüber gefreut, dass sich so viele Eltern an der Umfrage beteiligt haben und wir ein so klares Votum haben“, so Schubert.

Doris Grove-Mittwede
Doris Grove-Mittwede Redaktion Westerstede