Hude - „Also wenn ich zu einem Klassentreffen mit dem Stock komme, dann muss ich aber schon über 100 Jahre alt sein“, meint Johann Wachtendorf (72). „Na, das ist dann ja nicht mehr lange hin“, kontert Udo Speiser (72) und lacht. Alle zwei Jahre findet mittlerweile das Klassentreffen der Huder Volksschule bei Burgdorf statt.
„Die Leute reisen teilweise sogar aus Karlsruhe an. Man sieht sich aber auch so hin und wieder mal“, sagt Organisatorin Gisela Schiffler (71) und freut sich über die zahlreichen Teilnehmer. Zum ersten Mal habe man sich rund 20 Jahre nach der Schulentlassung 1960 getroffen. Seither ist viel Zeit vergangen.
„Der Charakter ändert sich aber nie“, so Schiffler. „Es ist immer schön, die Leute wiederzusehen. Man weiß immer noch, wie sie ticken und erkennt sich gegenseitig meist schon am Gang“.
Ein Großteil der ehemaligen Schüler sei der Heimat treu geblieben und wohne noch immer in der Umgebung. Nur vereinzelt hat es die mittlerweile über 70-Jährigen in die Ferne gezogen. Zu erzählen gibt es immer etwas. Über die Jahrzehnte seien teils innige Freundschaften entstanden, so Rita Kroog (71), die sich ebenfalls unterstützend um die Organisation der Treffen kümmert.
„Einen richtigen Klassenkasper hatten wir eigentlich nicht. Der Udo war in der zweiten Klasse aber mein erster Freund“, kichert Gisela Schiffler und schaut ihren damaligen Klassenkameraden an. Auch Udo Speiser muss lachen.
Die Wege der ehemaligen Schüler trennten sich zwar, die regelmäßigen Jahrgangstreffen bringen dennoch jedes Mal eine Menge Spaß. „Nachher gehen wir vielleicht noch die Stadt unsicher machen“, scherzt Speiser.
Bereits in zwei Jahren werden sie sich wiedersehen.
