Am Anfang stand bei Ursel Lüttmann der Wunsch nach „eigenem, selbst verdientem Geld“. Nachdem die frühere Erzieherin, die bis 1983 den Kindergarten Ofen geleitet hatte, eine Kinderpause eingelegt hatte, war es vor 25 Jahren an der Zeit, etwas Neues anzufangen. Und die Querenstederin entschied sich für die Zeitungszustellung. „Ein Job, der ganz große Wertschätzung mit sich bringt“, betont die 65-Jährige. Nicht nur zu Weihnachten gebe es jede Menge nette Worte und gute Wünsche der NWZ-Leser. Diese beliefert sie im Umfeld des Reihdamms seit einem Vierteljahrhundert sechs Mal in der Woche, bei Wind und Wetter. Regen und Kälte macht ihr nicht viel aus. „Nur Gewitter mag ich nicht so sehr.“ Für diese Tage hat sie aber ihre Unterstellmöglichkeiten auf der Tour. Und selbst Glatteis hat ihr bisher nicht viel anhaben können. „Ich bin zwar ein paar Mal umgefallen, es ist aber nie etwas passiert.“ 135 Abonnenten beliefert sie jeden Morgen. Mehr als eine Millionen Zeitungen hat sie damit insgesamt zugestellt, ist dabei auf insgesamt vier Fahrrädern fast zweimal um die Erde gefahren. „Ich hatte in all den Jahren nie eine Grippe“, hat sie einen weiteren Vorteil der Arbeit an der frischen Luft ausgemacht. Um 3 Uhr beginnt sie ihre Tour durch zwei Zustellbezirke. „Zum Frühstück bin ich wieder zu Hause.“ Ursel Lüttmann ist eine von 35 NWZ-Zustellern in Bad Zwischenahn, im Ammerland sind es 193, im gesamten Verbreitungsgebiet rund 1200. Marcel Surrey, Geschäftsführer der NWZ-Zustellgesellschaft dankte Lüttmann für die „langjährige Treue. Es ist heutzutage nicht selbstverständlich, einem Arbeitgeber so lange treu zu bleiben.“ Auch die Zuverlässigkeit der 65-Jährigen und deren hohe Identifikation mit ihrer Tätigkeit lobte Surrey. Zusteller seien ein wichtiges Teil im Räderwerk der Zeitungsbranche.

Um mit der Zeit zu gehen, hieß es an der Grundschule Petersfehn jetzt laufen. Ziel eines Sponsorenlaufs der Grundschüler war es, einen Zuschuss für neue Computer im Computerraum zu erwirtschaften. „Alle laufen noch auf dem Betriebssystem XP und eine Komplettanschaffung sprengt schnell den Rahmen kleiner Schulen“, weiß Schulleiter Jörn Gruse. Umso mehr freut er sich über die „unglaubliche Spendenbereitschaft der Eltern“. Nachdem jetzt alle „Schulden“ – beim Sponsorenlauf verpflichten sich die Sponsoren, eine im Vorfeld festgelegte Summe für eine bestimmte Laufleistung zu zahlen – bezahlt worden sind, steht das Ergebnis fest: „Wir kommen auf rund 7000 Euro€, so dass wir die PCs komplett aus den Spendengeldern übernehmen können“, freut sich Gruse. „Dieser Betrag ist für eine kleine Grundschule erstaunlich.“ Im Durchschnitt habe jedes Kind 40 Euro erlaufen. Das Geld geht nun an den Förderverein, der es wiederum in die Finanzierung der Computer investiert.

Und der nächste Höhepunkt steht an der Grundschule schon bevor: Vom 6. bis 11. Juni führen die vierten Klassen das Musical „Peter Pan“ auf, das in Kooperation mit der Uni Oldenburg entstanden ist. Studenten spielen zur Aufführung Live-Musik. Während die Vormittagsveranstaltungen bereits mit Zwischenahner, Edewechter und Oldenburger Schulen ausgebucht sind, gibt es für die Abendveranstaltungen am 10. und 11. Juni, jeweils 19.30 Uhr, noch Karten. Diese können für 5€ Euro pro Erwachsenen und 2,50 Euro€ für Schüler und Studenten im Sekretariat der Schule erworben werden.