Nordenham - Noch ist nichts entschieden. Es gibt auch noch keine Beschlussvorlagen oder verbindlichen Empfehlungen. Der aus Vertretern aller sechs Stadtratsfraktionen zusammengesetzte Arbeitskreis Sozial- und Bildungsstruktur hat nicht mehr, aber auch nicht weniger als eine konkrete Diskussionsgrundlage vorgelegt – mit Szenarien zur künftigen Entwicklung der bisher neun Grundschulstandorte in Nordenham.
Gemäß dieses Papiers könnten vier Standorte bis zum Jahr 2018 aufgelöst werden: Blexen, Einswarden, Phiesewarden sowie auch die Grundschule Nord.
Zwei im Norden
Im Stadtnorden favorisiert das Diskussionspapier des Arbeitskreises für die Zukunft nur noch zwei Grundschulstandorte.
Demnach könnte die Grundschule FAH auch Schüler aus den bisherigen Schulbezirken Phiesewarden und teilweise Nordschule aufnehmen.
Als Ersatz für die zu schließenden Schulen in Blexen und Einswarden könnte ein neuer Grundschulstandort im Schulzentrum Am Luisenhof eingerichtet werden – in frei werdenden Räumen der vom Landkreis getragenen Realschul- und Hauptschulbereiche und eventuell in einem Anbau.
Die Grundschulen Atens, Süd und Abbehausen (einschließlich Schulbezirk Esenshamm) könnten gemäß dieser Diskussionsgrundlage langfristig erhalten bleiben.
Die Grundschule Nord würde geschlossen, ihre Schüler würden durch Veränderung der Schulgrenzen auf die Grundschulen Atens und FAH verteilt.
Die katholische Grundschule St.-Willehad befindet sich wie alle anderen Grundschulen ebenfalls in städtischer Trägerschaft. Sie hat als Konfessionsschule aber keinen begrenzten Schulbezirk, sondern ist offen für Kinder aus dem gesamten Stadtgebiet, deren Eltern den Besuch dieser katholischen Schule wünschen.
Gemäß der vom Arbeitskreis entwickelten Diskussionsgrundlage könnte die Willehad-Grundschule in die Südschule verlegt werden – als selbstständige Konfessionsschule in einem gesonderten Trakt. Dadurch könnten früher von der Orientierungsstufe und dann von der Außenstelle des Gymnasiums genutzte Räume in der Südschule, die heute leer stehen, neu genutzt werden. Die Gebäude der Willehad-Schule könnten ebenso wie die Gebäude anderer zur Disposition stehender Schulstandorte einer neuen Nutzung zugeführt werden. Vorschläge für neue Nutzungen gibt es aber noch nicht.
Immer weniger Schüler
Hauptanlass für die Schulentwicklungsplanung ist ein deutlicher Rückgang der Zahl von Grundschülern im Stadtgebiet: Waren es im Schuljahr 2006/07 noch insgesamt 1272, so sind es zurzeit 1069. Gemäß Prognose werden es 2018/19 etwa 807 sein.
Im Jahr 2003 sind in Nordenham 343 Kinder eingeschult worden. 2012 waren es 265. Für 2018 werden nur noch 206 erwartet.
Noch ist nicht nur offen, ob die vier genannten Grundschulen tatsächlich geschlossen werden, sondern auch, wann dies geschehen könnte. Das Gesamtkonzept soll bis Mitte 2018 umgesetzt werden.
Nach der ersten öffentlichen Debatte Donnerstagabend in der Jahnhalle sind weitere Diskussionsveranstaltungen in den Stadtteilen vorgesehen. Möglichst noch vor der Sommerpause dieses Jahres soll der Stadtrat über die Zukunft der bisher neun Grundschulen entscheiden.
