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Ehrenamt Perspektiven für „warmes Herz Afrikas“

VISBEK - „Die strahlenden Augen der Kinder vergisst man nicht“, sagt Werner Böttcher, der mindestens einmal jährlich nach Malawi fliegt. Und Hannelore De Schutter betont: „Es sind freundschaftliche Bande entstanden. Das ist uns ganz wichtig.“ Vor zehn Jahren nahm der Verein „Hilfe für Malawi“ aus Visbek seine Tätigkeit auf für humanitäre Projekte im südöstlichen Afrika. Dabei kommt auch viel Unterstützung aus dem benachbarten Wildeshausen: So spendet die Handarbeitsgruppe der katholischen Kirchengemeinde St. Peter die Hälfte des Erlöses aus dem Weihnachtsbasar, von Mechthild Bramlage und Maria Kramer organisiert, stets für Malawi.

„Die ganz besondere Verbindung zu dem kleinen afrikanischen Staat haben wir Vater Joseph Mpinganjira und Schwester Klara Lüers zu verdanken“, erzählt De Schutter, 2. Vorsitzende der Malawi-Hilfe und bis vor Kurzem Leiterin Soziale Dienste bei den Wildeshauser Maltesern. Der katholische Priester hat in Münster studiert. An den Wochenenden nahm er am Gemeindeleben in Visbek teil. Im Jahr 2000 verließ Vater Joseph Deutschland, um in seiner Heimat wieder als Priester zu arbeiten. Schwester Klara, eine gebürtige Visbekerin, lebt seit 35 Jahren in Malawi. Dort leitet sie einen Kindergarten und eine Schule, in der Waisenkinder betreut und gefördert werden.

Über 700 Patenkinder

„Die St. Francis Schule gilt inzwischen als eine der besten Schulen in Malawi“, erzählt De Schutter. „Die Schwestern haben es geschafft, dass viele Kinder eine weiterführende Schule besuchen können.“ De Schutter zeichnet ehrenamtlich auch für das Patenschaftsprogramm des Vereins verantwortlich. „Mit 10 Euro im Monat können wir einem Kind den Schulbesuch ermöglichen“, sagt die 50-jährige Powerfrau. Mittlerweile werden über den Verein 700 Kinder und Familien von deutschen Paten unterstützt.

Bereits zum zehnten Mal schickt die Malawi-Hilfe nun einen Container mit Hilfsgütern auf die Reise. Er steht seit Montag auf dem Hof Hinners, Hogenbögen 27, in Visbek. Dort werden in den kommenden sechs Wochen, jeweils sonnabends zwischen 9 und 13 Uhr, Kartons gepackt. „In Malawi werden Werkzeuge wie Schraubzwingen und Bohrer, Brillen, gut erhaltene Schuhe, aber auch Fußbälle und funktionsfähige Tret-Nähmaschinen benötigt“, so Böttcher. Der 62-Jährige, einst Hubschrauber-Mechaniker auf dem Fliegerhorst Ahlhorn, gehört zum sogenannten „Container-Team“. Er ist gemeinsam mit anderen Helfern möglichst auch in Malawi vor Ort, wenn die mehr als 12 Meter lange Kiste entladen wird.

Tischlerei in Namitete

Gemeinsam mit dem Vereinsvorsitzenden Dieter Varnhorn, Peter Thie, Ludo De Schutter und Werner Hermes gehört der gelernte Feinmechaniker Böttcher aber auch zu einem Handwerkerteam, das regelmäßig, meistens vier Wochen pro Jahr, in dem afrikanischen Land Geräte repariert oder Projekte anschiebt. So unterstützte die „Hilfe für Malawi“ in den vergangenen Jahren unter anderem eine Tischlerei in Namitete mit Maschinen und Know-how, den Bau einer Küche im Gesundheitszentrum in Kaphatenga, den Bau der Grundschule in Nkhukwa oder eine Hühner- und Pilzfarm in Ludzi. Viele Familien, die von der Hungersnot betroffen waren, erhielten Saatgut und Düngemittel als „Starterpaket“.

Vor Ort wurde das zehnjährige Bestehen der Malawi-Hilfe gefeiert. „Es herrscht eine große Armut, aber Malawi ist das warme Herz Afrikas“, lobt Hannelore De Schutter die Herzlichkeit bei vielen Besuchen. Sie hofft auf weitere Hilfen oder Paten auch aus dem Landkreis Oldenburg.

Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent
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