Ganderkesee - Auf der Jahreshauptversammlung des Arbeitskreises der Selbsthilfe- und Initiativgruppen der Gemeinde Ganderkesee (A.S.G.) gab es für den zweiten Vorsitzenden Thomas Elias eine Premiere: Da Vorsitzende Doris Josquin verhindert war, leitete er die Versammlung und nahm die Grußworte aus Verwaltung und Politik entgegen.
Rainer Lange merkte an, dass es zu viele Dinge gebe, die Menschen mit Handicap „buchstäblich Steine in den Weg legen“. Doch Ganderkesee habe bei der Barrierefreiheit in vielen Bereichen schon einen recht guten Standard. Dennoch seien immer Verbesserungen möglich, und dabei helfe der A.S.G. regelmäßig. Auch die stellvertretende Landrätin Christel Zießler, Ex-Bürgermeister Gerold Sprung und CDU-Ratsfraktionschef Dietmar Mietrach würdigten das Engagement des Vereins, der immer wieder wertvolle Hinweise ins Rathaus bringe.
Passend zum Thema Inklusion stellten Dr. Elke Aschenbrenner, Leiterin der Katenkamp-Schule, und Lehrerin Katja Esin das Schulkonzept vor. Viele der 67 Schüler können nicht richtig lesen und sprechen. Das sei aber kein Hindernis: „Das Konzept nennt sich ,UK’, kurz für ,Unterstützte Kommunikation’“, so Aschenbrenner. Was das bedeutet, zeigte Esin anhand zahlreicher Beispiele. So wird der Stundenplan täglich mit Hilfe bunter Karten neu zusammengesteckt, Karten mit aufgemalten Gesichtern werden zur Darstellung der Gefühle verwendet. „Das ist Teilen und Teilhaben, denn die Schüler können auch kommunikativ teilhaben, ohne zu reden“, erklärte Aschenbrenner. Die Symbole und Visualisierungen seien auch in Selbsthilfegruppen von Vorteil, denn zum Beispiel Schlaganfallpatienten könnten so trotzdem noch ihre Selbstbestimmung erhalten. Auch Kinder ohne Förderbedarf profitierten von Visualisierungen. „Kinder sind Kinder sind Kinder, egal in welcher Schule sie sind.“
Für dieses Jahr plant die A.S.G. wieder einen Fotowettbewerb, einen Erste-Hilfe-Kursus und die Führerscheinauffrischung. Highlight soll der Gesundheitstag im November werden. Thema sind auch die behindertengerechte Toilette und die Pflasterung des Festplatzes. Elias teilte auch mit, dass es im Sauna-huus keine Sauna für Menschen mit Handicap mehr geben werde. „Das wurde leider nicht ausreichend angenommen“, sagte er.
