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NWZonline.de Ratgeber Beruf & Bildung

Wie werde ich Bauzeichner/in?

25.03.2019

Münster (dpa/tmn) - Zu sehen, wie Entwürfe in die Realität umgesetzt werden: Das sei das Schönste in ihrem Beruf, erzählt Lea Thiemann. "Allein die Vorstellung, dass irgendetwas genauso gebaut wird, wie man es gezeichnet hat, macht einen stolz", sagt die 21-Jährige.

Sie ist bei der Roxeler Ingenieurgesellschaft mbH in Münster im dritten Ausbildungsjahr zur Bauzeichnerin. Ein bestimmter Schulabschluss ist für die Ausbildung nicht vorgeschrieben. Lea Thiemann hat ihr Fachabitur im Bereich Bautechnik gemacht, um sich auf ihren Berufswunsch vorzubereiten.

Arbeit findet vor allem digital statt

Bauzeichner erstellen meist am Computer mit CAD-Programmen Zeichnungen für Häuser, Brücken, Straßen und andere Bauwerke. Sie arbeiten in Architektur- und Ingenieurbüros, Bauämtern oder bei Baufirmen. Lea Thiemann spezialisiert sich in ihrem Betrieb auf den Ingenieurbau. Die beiden anderen Schwerpunkte der Ausbildung sind Architektur sowie Tief-, Straßen- und Landschaftsbau.

Die Zeiten von Bleistift und Tusche sind für Bauzeichner vorbei. Zwar habe sie in der Ausbildung gelernt, mit der Hand zu zeichnen, in der Praxis aber arbeite sie am Computer, erzählt Lea Thiemann. Deswegen war der erste Schritt in ihrer Ausbildung, sich mit dem Zeichenprogramm vertraut zu machen, das ihr Büro verwendet.

Arbeitsplatz des Bauzeichners ist das Büro

"Gerade habe ich einen Detailplan für eine große Firma erstellt, bei der ein Sozialtrakt gebaut wird", erzählt sie. Zunächst kümmert sich der zuständige Ingenieur um die Statik eines Bauwerks. Das bedeutet: Alle Bauteile werden berechnet und dimensioniert. "Ich zeichne das dann", erklärt Lea Thiemann. Bevor die Pläne an die Baustelle gehen, schickt das Büro sie an ein unabhängiges Prüfunternehmen. Anschließend arbeitet die angehende Bauzeichnerin die Korrekturen ein. Neben der zeichnerischen Arbeit berechnen die Fachleute den Bedarf an Baustoffen, etwa Beton und Stahl, für ein Gebäude.

Der Berufsalltag spielt sich vor allem im Büro ab. Um zu lernen, wie es auf einer Baustelle zugeht, absolvieren Bauzeichner während der Ausbildung Praktika bei Firmen im Baubereich. So hat Lea Thiemann beispielsweise gelernt, Wände zu mauern. Für einen Zimmereibetrieb hat sie auf dem Dach gearbeitet und Dachsparren zugeschnitten.

Das sollte man mitbringen

Wer Bauzeichner werden möchte, braucht ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen und Verständnis für Mathematik und Technik. "Gleichzeitig sollte man Freude am kreativen Gestalten mitbringen", sagt Barbara Schlesinger, Referatsleiterin Architektur und Bautechnik bei der Bundesarchitektenkammer. Spannend am Beruf sei die Vielfältigkeit der Aufgaben - vom Konzerthaus bis zur Kindertagesstätte.

Aktuell sei das Building Information Modeling (BIM) ein wichtiges Thema für Bauzeichner, erklärt Ingo Mayland vom Ausbildungszentrum der Bauindustrie in Kerpen bei Köln. Beim BIM werden alle notwendigen Daten für die Planung von Gebäuden mit Hilfe einer Software zentral verwaltet. Wenn der Grundriss eines Hauses beispielsweise kleiner werden soll als geplant, werden alle zusammenhängenden Parameter durch die Software automatisch angepasst.

Gute Verdienstmöglichkeiten

Laut Bundesarbeitsagentur verdienen angehende Bauzeichner je nach Ausbildungsjahr und Branche zwischen 630 und knapp 1500 Euro brutto im Monat. Das Gehalt nach dem Abschluss sei in der Regel gut, sagt Mayland. Derzeit seien auf dem Arbeitsmarkt besonders Bauzeichner im Fachbereich Tief-, Straßen- und Landschaftsbau gefragt.

Nach der Lehre können Bauzeichner eine zweijährige Fortbildung zum Techniker in den Fachbereichen Hochbau oder Tiefbau absolvieren. Auch ein Studium - beispielsweise der Fächer Bauingenieurwesen, Architektur oder Versorgungstechnik sei möglich, erklärt Mayland.

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