Wardenburg - May Brandt und Kira Breyer haben viel zu tun im Moment. Auf den Streuobstwiesen rund um Wardenburg sind die Äpfel reif und müssen geerntet und zur Kellerei gebracht werden. Fast 400 Liter Bio-Apfelsaft wurden aus der diesjährigen Ernte schon gepresst. Der Verkaufserlös hilft, die vielfältigen Aktivitäten der Biologischen Schutzgemeinschaft Hunte Weser-Ems (BSH) zu finanzieren. May und Kira absolvieren bei der BSH ein FÖJ – ein Freiwilliges Ökologisches Jahr, Kira ist schon seit August dabei, May hat im September angefangen.
Kira hat vor ihrer Zeit in Wardenburg eine zweijährige schulische Ausbildung zur „staatlich geprüften technischen Assistentin für die Verarbeitung nachwachsender Rohstoffe“ absolviert. „Damit habe ich auch den theoretischen Teil der Fachhochschulreife erworben“, sagt sie. „Für den praktischen Teil muss ich ein sechsmonatiges Praktikum absolvieren – und das verbinde ich mit dem Freiwilligen Ökologischen Jahr.“
Kiras „Arbeitgeber“ ist der Naturschutzverband Niedersachsen, der eine Landesgeschäftsstelle in den Wardenburger BSH-Räumen unterhält. Die 18-Jährige aus Gifhorn wohnt während ihres freiwilligen ökologischen Jahres auch in den Räumen der BSH.
May Brandt pendelt lieber. Die ebenfalls 18-Jährige aus Bad Zwischenahn hat in diesem Jahr ihr Abitur gemacht und wollte vor dem Studium noch ein freiwilliges Jahr einlegen. Die ökologische Variante lag nahe, weil ihr Studienfach vermutlich die Biologie sein wird.
„Natur- und Artenschutz spielen in der Schule ja leider keine so große Rolle“, sagt May, da war die BSH der richtige Ort um dieses Defizit auszugleichen.
Zur Arbeit der beiden jungen Frauen in Wardenburg gehört viel Praxis in der Natur – im Moment eben die Apfelernte, aber auch das Mähen der Streuobstwiesen. Beide haben Spaß an der Arbeit unter freiem Himmel, mögen aber auch den eher theoretischen Teil, der im Büro erledigt wird.
Dass sich die beiden jungen Frauen während ihres FÖJ selbst etwas erarbeiten und dabei auch viel Verantwortung tragen, gefällt ihnen. „Wir machen Öffentlichkeitsarbeit und entwickeln eigene Projekte, die wir dann auch umsetzen können“, sagt May. Eines dieser Projekte steht am kommenden Dienstag an: Dann wollen die jungen Frauen mit Kindern basteln.(siehe Info-Kasten)
