Tettens - Was ist das eigentlich, der Tod? Und was ist das Sterben – und ist das nicht eigentlich dasselbe? Diese und viele andere Fragen rund um die Themen Krankheit, Sterben und Tod haben die Ehrenamtlichen des Ambulanten Hospizdienstes Wilhelmshaven-Friesland den Viertklässlern an der Tetta-von-Oldersum-Grundschule in Tettens beantwortet. Unter dem Motto „Hospiz macht Schule“ fand am Freitag der Abschluss einer Projektwoche in der Grundschule statt. Die Kinder präsentierten ihre Ergebnisse ihren Eltern. Zuvor hatten sie an fünf Tagen zu verschiedenen Bereichen gearbeitet.

Während es am ersten Tag um das Thema „Werden und Vergehen“ ging, stellte der zweite Tag „Krankheiten und Leiden“ in den Mittelpunkt. „Zuerst haben wir mit den Kindern alle Krankheiten aufgezählt, die sie kennen, dann hat eine Ärztin ihre Fragen beantwortet“, berichtet Hildburg Kruse vom Hospizdienst. An Tag drei ging es um „Sterben und Tod“, an Tag vier ums Traurigsein und Tag fünf beschäftigte sich mit „Trost und Trösten“.

Das Projekt gibt es seit 2013, die Ehrenamtlichen gehen an Grundschulen und führen die Kinder an diese Themen heran. Zuvor hat ein Elternabend stattgefunden, der die Eltern in Kenntnis gesetzt hat und auf dem ihre Fragen zur Projektwoche beantwortet wurden. „Ich bin sehr froh, dass die Ehrenamtlichen hier sind, sie sind wirklich ein Gewinn“, sagt Klassenlehrerin Ingrid Schürmann. „Die Ehrenamtlichen können ein ganz anderes Verhältnis zu den Kindern aufbauen, gerade bei so sensiblen Themen.“

„Unser Ziel ist, dass die Kinder und ihre Familien den Tod als Teil des Lebens begreifen“, sagt Hildburg Kruse. „Kinder sollten dabei nicht ausgeschlossen werden, sondern teilhaben dürfen, auch wenn die Eltern traurig sind. Sie können auch mit ihren Kindern weinen.“

Sie hat bereits oft Familien begleitet in denen ein Angehöriger gestorben ist. „Kinder sind sehr sensibel, sie spüren sofort, wenn etwas nicht in Ordnung ist“, sagt sie. „Wenn sie dann nicht teilnehmen dürfen, dann fühlen sie sich allein gelassen.“

In der Projektwoche sind die Ehrenamtlichen mit den Kindern über Aktionen und Kreativität an das Thema herangegangen. Unterstützung bekamen sie von Praktikantin Marje Wolf, die derzeit ihre Master-Arbeit über den Umgang mit Tod und Trauer an Grundschulen schreibt.

„An einem Projekttag haben wir zum Beispiel den Kindern gezeigt, dass wenn etwas altes vergeht, etwas neues kommt“, erklärt Elke Stalze-Straus vom Hospizdienst. Gemeinsam haben sie sich den Verwandlungsprozess einer Raupe angeschaut, die nach der Verpuppung zu einem Schmetterling wird. „Und wir haben mit den Kindern Ableger aus einer Pflanze gezogen, um das Werden und Vergehen zu verdeutlichen“, sagt Kruse.

Unterstützt wurden die Projekttage von Kinder-Büchern, die sich mit Tod und Sterben beschäftigen und vom Film „Willi will’s wissen“. Der Film veranschaulicht die vielen Aufgaben eines Bestatters und vermittelt Kindern, dass der Tod keine Angst machen muss.

„Die Kinder dieser Klasse haben zuvor verhältnismäßig wenig mit Tod und Sterben von Menschen zu tun gehabt“, sagt Ortrud Seyfarth. „Allerdings mit dem Tod von Haustieren – und das schmerzt auch ganz schön.“