Schortens - „Ich bin wieder in der Heimat“, sagt Benjamin Tobias. „Ein gutes Gefühl.“ Der 29-jährige Sozialpädagoge, der in Neufunnixsiel aufgewachsen ist und bis vor kurzem in Hamburg tätig war, ist neu im Team des Jugend- und Familienzentrums „Pferdestall“. Er lernt zurzeit die Stadtteile kennen und betreibt Netzwerkarbeit. Und nach den Ferien stellt er sich auch in den Schulen vor.

Sein erster Eindruck vom „Pferdestall“: Großartig, meint Benjamin Tobias. „Hier findet sehr viel statt, es gibt viele Angebote für Kinder und Jugendliche, aber auch für Erwachsene und Senioren, für Einheimische und für Flüchtlinge.“ Im Schortenser Jugendzentrum kümmert er sich künftig um die Kinder- und Jugendarbeit. Und: „Ich gehe dorthin, wo sich die Jugendlichen treffen, wo die Brennpunkte sind. Ich möchte mit den Jugendlichen Lösungen finden, wo es Probleme gibt.“

Dass der Neu-Schortenser einmal Sozialpädagoge werden würde, war ursprünglich nicht sein Plan. Benjamin Tobias ist Bankkaufmann. „Ich habe die Ausbildung bis zum Ende durchgezogen und erfolgreich bestanden. Habe aber bald gemerkt, dass das nichts für mich ist, dass mich das nicht motiviert. Und so habe ich mich für eine soziale Richtung entschieden.“ Nach der Bankausbildung in Wittmund hat er in Oldenburg Sozialpädagogik studiert. Und danach eine erste feste Stelle in Hamburg angetreten. „In Hamburg-Bergedorf war ich zweieinhalb Jahre lang in einem Jugendhaus in der offenen Kinder- und Jugendarbeit tätig.“ Nun der Wechsel nach Schortens.

Dort ist mit dem Weggang von Mark Schollmeier im September eine Vollzeitstelle frei geworden. Tobias ist in der Straßensozialarbeit der Nachfolger Schollmeiers. Wie berichtet, hat Mark Schollmeier eine neue Stelle in Esens angetreten, baut dort eine Wohngruppe für zehn Jugendliche zwischen zwölf und 16 Jahren auf. Sandra Schollmeier-Ott, mit der Mark Schollmeier den „Pferdestall“ 17 Jahre lang leitete und zum Jugend- und Familienzentrum weiterentwickelte, hat die alleinige Leitung des „Pferdestall“ übernommen.

Benjamin Tobias freut sich auf die neue Aufgabe. Zuerst muss er aber eine Wohnung finden. „Dazu hatte ich von Hamburg aus keine Gelegenheit.“ Zurzeit wohnt er vorübergehend bei seinen Eltern.

Oliver Braun
Oliver Braun Redaktion Jever