Elsfleth - Nach 40 Jahren im Schuldienst ist die Lehrerin Dagmar Bentzen am Mittwoch in den Ruhestand verabschiedet worden. In der Oberschule Elsfleth waren Freunde, ehemalige Kollegen und das Kollegium zusammengekommen, um ihren Ausstieg aus dem Schulalltag zu feiern. Mit dem kurzen Bühnenstück „It’s a new life“ stimmten sie die Lehrerkollegen auf die Zeit nach dem Beruf ein. Sie zeigten ihr, wie schön das Leben für sie nach der Schule sein kann.
Zuvor hatte Schulleiter Jochen Wessels in einer emotionalen Rede das soziale und berufliche Engagement von Dagmar Bentzen hervorgehoben. Mit ganz viel Feingefühl habe sie die Balance zwischen Strenge und Verständnis, zwischen Anforderung und Lockerlassen, zwischen menschlicher Nähe und professioneller Distanz gehalten, sagte er. „Genauso wie als Theaterregisseurin hast du auch die Schülerinnen und Schüler in der Klasse angeleitet, Texte zu üben, Rollen auszuprobieren und dabei ganz viel über sich selbst zu erfahren. Du hast ihnen souffliert, sie ins rechte Licht gerückt, und manchen dazu gebracht, die Rolle zu wechseln. Immer standen bei dir die Kinder im Mittelpunkt.“
Dagmar Bentzen, 1950 in Kredenbach bei Siegen geboren, hatte nach dem Studium ihre erste Stelle an der Hauptschule in Delmenhorst (1973) bekommen. „Es gab 35 Schüler in der Klasse“, erinnerte sie sich gestern daran. Sie unterrichtete die Fächer Kunst, Visuelle Kommunikation, Deutsch und Erkunde. Nach dem 2. Staatsexamen und ihrer Heirat (1976) wurde sie 1979 an die Hauptschule Elsfleth versetzt. Im selben Jahr wurde Tochter Brit geboren. Sie nahm mit ihrer Tochter Lieselotte an der Verabschiedungsfeier teil.
Nach der Rede des Schulleiters zeigte sich Dagmar Bentzen ganz gerührt. „Ich habe mich wiedergefunden. 40 Jahre auf einen Punkt zu bringen, ist schwierig“, sagte sie. Die „Insel“, ihr pädagogisches Baby, auf der ein Sozialtraining zur Verbesserung der Verhaltensauffälligkeiten von Schülern vorgenommen wird, sei ihr bei all der vielen Arbeit immer ganz wichtig gewesen. Die Landesschulbehörde habe 20 Stunden für die Arbeit genehmigt. „Kämpft um deren Erhalt“, appellierte sie. Sie habe zwölf Kultusminister „überlebt“ und freue sich nun auf den Ruhestand. Im November, endlich außerhalb der Schulferien, werde sie nach Thailand reisen.
