Oldenburg - Auslandspraktika, Au-Pair-Aufenthalte oder ein Schuljahr in einem anderen Land bereichern Lebenslauf und Erfahrungsschatz. Doch wie kann das funktionieren? Beratungsinstitutionen und Vermittlungsagenturen informierten am Sonnabend auf der SchülerAustausch-Messe der Deutschen Stiftung Völkerverständigung im Forum der Oberschule Eversten über Auslandsaufenthalte für Schüler und Abiturienten.
„Sollte man den Aufenthalt selbst planen oder besser eine Organisation wählen, die das übernimmt?“ Das wollen Daniela und Maren von Svenja Oltmanns vom Informationsnetzwerk Eurodesk wissen. „Es kommt darauf an, wie man sich fühlt. Wenn man noch nie ohne die Eltern gereist ist, würde ich zu einer Vermittlungsagentur tendieren“, rät die 24-Jährige, die selbst zahlreiche Auslandserfahrungen gemacht hat.
Entscheidung offen
Daniela und Maren werden in wenigen Monaten ihre Abiturprüfungen ablegen. Was danach folgen soll, wissen die Schülerinnen noch nicht – beide schwanken derzeit zwischen einem Studium und einer Ausbildung. Um sich für die Entscheidung ein wenig Zeit zu nehmen, haben sie einen Auslandsaufenthalt in Neuseeland angepeilt. Die Freundinnen interessieren sich für „Work And Travel“ – das heißt, sie würden sowohl das Land bereisen als auch jobben, um sich ein Taschengeld zu verdienen. Ein freiwilliges soziales Jahr oder den Bundesfreiwilligendienst könnten sich Daniela und Maren aber auch vorstellen.
Wer noch diesen Sommer ein Schuljahr an einer High School (betrifft meist die neunte oder zehnte Klassenstufe) anstrebt, muss sich mit der Bewerbung sputen, rät Kaj Thiemann im Namen einer Bremer Vermittlungsagentur, die High-School-Aufenthalte in elf verschiedenen Ländern anbietet. „Man sollte sich ein Jahr vorher mit der Planung beschäftigt haben“, weiß die 18-Jährige, die selbst ein Jahr in Kanada zur Schule ging und währenddessen bei einer Gastfamilie unterkam.
Ein Schuljahr im Ausland ist jedoch nicht billig: Je nach Land sei mit mindestens 7000 Euro zu rechnen. Auch über Finanzierungsmöglichkeiten, wie zum Beispiel Stipendien, konnten sich die Besucher auf der Messe beraten lassen.
Bereits eine Stunde nach Eröffnung war das Forum der Oberschule gut besucht. „Wenn ich mich so umgucke, bin ich sehr zufrieden. Erfahrungsgemäß erwarten wir 700 bis 1000 Besucher“, erzählt Carmen Lau von der Deutschen Stiftung für Völkerverständigung.
Erfahrungswerte
Ehemalige Austauschschüler teilten ihre Erfahrungen mit den Besuchern. Auch ein Informationsvortrag der Kanadischen Botschaft lockte zahlreiche Zuhörer an. Viele Jugendliche waren mit Freunden auf die Messe gekommen, andere hatten die Eltern und Geschwister im Schlepptau.
Erfreut zeigte sich Schulleiter Jürgen Boy: „Wir sind eine internationale Schule und fördern als erste Oldenburger Schule einen Schüleraustausch in Istanbul.“ Er empfiehlt allen einen Auslandaufenthalt: „Die Sprachkenntnisse verbessern sich, man lernt fremde Kulturen kennen und baut Vorbehalte ab.“
