Jever - Man merkt deutlich, dass Frank Timmermann stolz auf das Mariengymnasium, auf „seine Schule“ ist. „Hier erwarten uns immer wieder neue Überraschungen“, sagt der Schulleiter. So auch am Donnerstag: Da wurde die neue Schautafel zum Leben und Wirken von Ulrich Jasper Seetzen (1767 bis 1811) im neuen Oberstufengebäude enthüllt.
Etwa 60 Gäste kamen zum Festakt, in dem nicht nur die Gedenktafel enthüllt wurde, sondern auch Spannendes über Seetzen, ehemaliger Schüler des Mariengymnasiums, erzählt wurde.
Dazu hielt Prof. Dr. Detlef Haberland aus Oldenburg einen Vortrag über Seetzen: Seetzen, geboren im Sophiengroden im heutigen Wangerland, widmete sich nach seinem Studium in Göttingen der Forschung und Wissenschaft im Orient. „Er ist nicht nur für das Mariengymnasium sondern für ganz Jever bedeutend“, so Haberland. Beeindruckt von den Reisen seines Studienkollegen Alexander von Humboldt nach Südamerika, beschloss Seetzen, eigene Forschungsreisen in den Orient und nach Afrika zu unternehmen. „Für seine Forschungsreisen hat er sich stets gut informiert und vorbereitet“, so Haberland. Aber nicht nur vor der Reise nahm er es „ganz genau“ – anhand der Reiseberichte erkenne man, wie akribisch Seetzen alles notiert hat. „Man erfährt, was er wo und wann mit wem getan hat“, erzählt Haberland.
Durch diese Genauigkeit würden die Notizen umso lebendiger. „Seetzen bleibt nicht nur im Gedächtnis der Wissenschaft – sondern durch das Gebäude in Jever und die Tafel auch im Gedächtnis von uns allen“, sagt Haberland.
Norbert Neubauer begab sich mit den Besuchern auf eine kleine Zeitreise. Anhand von alten Bildern zeigte er die Entwicklung des heutigen Oberstufengebäudes, das zunächst eine Kaserne und dann die Stadtmädchenschule war.
Falk Teichert zeigte schließlich das heutige Gestaltungskonzept des Oberstufengebäudes und wies zum Beispiel auf besondere Bilder und auf das erhaltene Mauerwerk hin, das innen sichtbar ist. „Das ist ein starkes Element“, so Teichert.
