WADDENS - Wer am 9. November 1972 bei Anke Bruns oder Aenne Ifsen auf dem Schoss saß, wird den heutigen evangelischen Kindergarten Waddens nicht mehr wiedererkennen. Vor 40 Jahren waren die beiden Waddenserinnen ins kalte Wasser gesprungen und hatten den damaligen Spielkreis Waddens eröffnet. In einer kleinen Feierstunde auf dem Spielplatz neben der Pastorei erinnerten sie sich an die Anfänge.
Vor 40 Jahren war im Nachbarort Burhave ein Spielkreis gegründet worden, den auch die Waddenser Kinder besuchen sollten. Allerdings fand sich niemand bereit, die Kinder nach Burhave zu fahren. Also überlegten Anke Bruns und Aenne Ifsen nicht lange und brachten einen eigenen Spielkreis für Waddens ins Spiel. Und nachdem ein kleiner Raum in der Pastorei gefunden war, begann immer dienstags und donnerstags die aufregende Spielkreiszeit für 15 Kinder am Vormittag und 15 Kinder am Nachmittag.
Doch die Anfänge waren schwer, berichten die beiden Frauen. Sie mussten sich bei Lehrgängen und Fortbildungen erst einmal fit machen für die Kinderbetreuung im Spielkreis. Daneben fehlte es an Räumlichkeiten, denn den beiden Gruppen standen zu Beginn nur der Flur und das heutige Büro des Kindergartens zur Verfügung. Mehr Platz gab es 1974, als der ehemalige Stall in der Pastorei zu einem größeren Spielkreisraum umgebaut wurde. Und Spielsachen gab es natürlich auch noch keine. Die ersten Spiele mussten die Betreuerinnen von zu Hause mitbringen. Erst 1976 wurden offiziell die ersten Spielsachen angeschafft. Dafür war aber von den Waddenser Vätern schon 1973 ein Spielplatz für die Kinder errichtet worden.
Mit den Kindern unternahmen Bruns und Ifsen Ausflüge und Spaziergänge. „Man muss sich vorstellen, dass die Kinder nicht wie heute überall mit dem Auto hingefahren wurden. Früher waren der Turnverein und der Spielkreis der Mittelpunkt für die Kinder“, berichtete Anke Bruns aus damaliger Zeit. Besonders stolz ist Anke Bruns, wenn sie in der Zeitung liest, was auch ihren ehemaligen Spielkreiskindern geworden ist. „Da denkt man immer, dass sie ihre Anfänge im Spielkreis Waddens hatten“.
Mit der heutigen Arbeit im Kindergarten haben die Anfänge nichts mehr zu tun, sagte Conni Kolwitz. Der Kindergarten habe sich enorm gewandelt und auch die Ergebnisse der Pisa-Studie hätten Einzug gehalten bei den Kindergärten – wenn dies auch nicht unbedingt zum Vorteil der Kinder sei, so die Kindergartenleiterin. Durch den Wegfall der Vorschulen müssten die Kindergärten heute auch den Bildungsauftrag der ehemaligen Vorschulen übernehmen. So werden in Waddens Kinder derzeit 25 Kinder von zwei Jahren bis zur Einschulung betreut.
Trotz aller Veränderungen freuten sich heutige und ehemalige Betreuerinnen, so viele bekannte Gesichter bei der Jubiläumsfeier wiederzusehen. Zur Begrüßung gab es ein Spiel, dass auch vor 40 Jahren schon gespielt wurde: das Singspiel „Zeigt her Eure Füße…“. Die Eltern hatten den Kindergarten zum Jubiläum bunt geschmückt und bei Kaffee konnte über alte und neue Zeiten geklönt werden.
Der Kirchenratsvorsitzende Hubert Helms appellierte in seinen Grußworten an die Waddenser, für ausreichend Nachwuchs für den Kindergarten zu sorgen. Der Waddenser Turnvereinsvorsitzende Gerold Ifsen freute sich, dass durch den Kindergarten auch Kinder aus den Außenbezirken den Weg zum Sportverein gefunden hätten und noch heute aktiv seien.
