Sandkrug - Wenige Meter vom Sandkruger Forsthaus entfernt, lichten sich die Baumreihen. Dort, wo zur letzten Eiszeit Gletscher die Erdmassen zu Hügeln und Senken geformt haben, liegen zwei mittelgroße Schlattflächen. Ihr Boden ist geprägt von relativ großer Nährstoffknappheit. Dennoch ist nicht zu übersehen, wie junge Kiefern und andere Sträucher sich immer weiter ausbreiten wollen.
Zwei 7. Klassen der Graf-Anton-Günther-Schule (GAG) haben gemeinsam mit den Niedersächsischen Landesforsten (Waldpädagogikzentrum Ahlhorn) Ende voriger Woche Biotoppflegearbeiten in dem Sandkruger Waldgebiet übernommen. Die 7c mit Biologielehrerin Gabriele Schöffel und die 7d mit Lehrerin Mara Axt trafen sich mit dem Fachmann der Landesforsten, Lutz Petershagen, um die zwei Schlattflächen zu erhalten.
Die Schüler bekamen die Aufgabe, kleine Kiefern und andere Pflanzen mit Spaten und Arbeitshandschuhen aus dem Boden zu ziehen. Warum dieser Aufwand? Lutz Petershagen erklärt es: „Die beiden sandigen Schlattflächen sollen dauerhaft als Lebensraum für Insekten (Ameisen, Sand- und Graswespen, Sandlaufkäfer und Ameisenlöwe) erhalten bleiben. Handeln wir nicht, gibt es das Schlatt eines Tages nicht mehr.“ Deshalb müssen Kiefern und andere Strauchvegetation weichen. Ganz ersatzlos verschwindet die Vegetation allerdings dann doch nicht. Anstelle der herausgerissenen Pflanzen und Bäume werden Besenheide, Wacholder, Ginster und Becherflechte angepflanzt.
Das Waldpädagogikzentrum arbeitet mit der Graf-Anton-Günther-Schule (GAG) – dem Landkreis-Gymnasium in Oldenburg – bereits seit 2012 intensiv in einer Schulkooperation zusammen.
Für die Schüler sei der praktische Anschauungsunterricht sehr lehrreich, fasst Lehrerin Gabriele Schöffel ihre Erfahrungen zusammen. Auch der Mitarbeiter der Landesforsten sieht beim Arbeitseinsatz der Schüler noch eine zweite Bedeutungsebene: „Wir hoffen natürlich, auf diese Weise das Verständnis für die Natur und ihre Erhaltenswürdigkeit bei der nächsten Generation wecken zu können.“
