Sandkrug - Die Waldschule Hatten kann sich vor Schülern kaum retten. Waren es im Schuljahr 2010/11 noch 544 stieg die Zahl bis heute auf 634 an. Ein maßgeblicher Grund dafür, darüber herrscht in Politik, Verwaltung und Schule weitgehend Einigkeit, ist die zurückhaltende Akzeptanz, die die IGS in Wardenburg bei Eltern findet. Seit 2010 haben 93 Schüler mehr aus der Nachbargemeinde die Waldschule besucht, als Hatter Schüler die IGS – das entspricht einem Umfang von vier Klassen.

Im Schul-, Bildungs- und Kulturausschuss der Gemeinde Hatten sind am Mittwochabend die Weichen gestellt worden, um das Problem in den Griff zu bekommen. Einstimmig hat der Ausschuss beschlossen, dass die Verwaltung den Anbau zweier zusätzlicher Klassenräume, eines Technikraums und eines Lagers prüft, die Kosten ermittelt und einen Zeitplan erstellt.

Das Problem lässt sich nicht aussitzen. Selbst wenn die IGS an Popularität gewänne, reicht der Platz in der Waldschule nicht aus, um das pädagogische Konzept umzusetzen. Schulleiter Stephan Piper machte deutlich, dass bereits jetzt der wichtige Technikraum fehlt. Ab dem Sommer mangelt es außerdem an einem Lager für Stühle und einen Abstellraum. Wenn ab dem Schuljahr 2014/15 vier neue fünfte Klassen entstehen, müsste bereits eine Klasse in einen Container ziehen. Im laufenden Schuljahr fehlt es aus Platzmangel bereits an Ruhe-, Spiele- und Arbeitsräumen, wie sie für eine Ganztagsschule – und das ist die Waldschule von dienstags bis donnerstags – nötig ist.

Der Personalrat der Schule, Volker Westerkamp, appellierte an die Kommunalpolitiker, Container dürften nur eine absolute Notlösung – zum Beispiel in einer Bauphase – bleiben. „Geben Sie dem Kollegium ein Signal. unsere gute Arbeit sollte durch schnelles Handeln belohnt werden.“

Die Information, was der Ausbau der Waldschule kosten soll, wird auf Wunsch des Ausschusses auch an den Landkreis als Träger der IGS in Wardenburg gehen. Die Hatter Kommunalpolitik sieht, das machten einige Wortbeiträge deutlich, den Kreis in der Pflicht, sich finanziell an den Folgen der Schülerungleichverteilung zu beteiligen. Eine rechtliche Grundlage gibt es dafür freilich nicht. Hier werden Hattens Kreistagsabgeordnete also Überzeugungsarbeit leisten müssen.

Werner Fademrecht
Werner Fademrecht Redaktion Hatten