WANGEROOGE - Die Schülerzahlen auf Wangerooge sinken in den kommenden Jahren drastisch: Laut Schulentwicklungsplanung des Landkreises gibt es im Schuljahr 2009/2010 insgesamt 45 Schulkinder auf der Insel, im Schuljahr 2018/2019 werden laut Prognose nur noch 22 Schulkinder die Grund- und die Inselschule besuchen.
Angesichts dieser Entwicklung haben Wangerooges Rat und Verwaltung auf Anregung des Landkreises bereits 2009 erste Überlegungen angestellt, die Grundschule in die Inselschule zu integrieren. Im vergangenen Jahr hatten sich auch die Gremien beider Schulen und die Landesschulbehörde mit der möglichen Zusammenlegung von Grund- und Inselschule in einem Gebäude befasst.
Finanziell sinnvoll
Am Dienstagabend befasste sich der Wangerooger Schulausschuss erstmals öffentlich mit dem Thema. Das Ergebnis der Debatte, die von rund 25 Lehrern und Eltern beider Schulen verfolgt wurde: Aus finanzieller Sicht und zum Erhalt des Schulstandorts Wangerooge macht die Zusammenlegung durchaus Sinn, für die pädagogische Arbeit ergeben sich allerdings keine Vorteile.
Laut Bürgermeister Holger Kohls müssten zur Integration der Grundschule in die Inselschule rund 800 000 Euro für Umbauten investiert werden. Erste Planungen dafür liegen vor. Eingespart werden könnten rund 62 000 Euro pro Jahr für Unterhaltung und Bewirtschaftung der Grundschule.
Sollte die Zusammenlegung beschlossen werden, fordert die Gesamtkonferenz der Grundschule einen eigenen, zusammenhängenden Bereich innerhalb der Inselschule für die Klassen eins bis vier. „Die Grundschüler brauchen passende Räume, die gesetzlichen Vorgaben entsprechen müssen und die uns ermöglichen, unser pädagogisches Konzept auch am neuen Standort umzusetzen“, sagte Grundschulleiterin Evelyn Genuit auf Nachfrage derNWZ
.Denn eigentlich sieht die Gesamtkonferenz der Grundschule keine Notwendigkeit, in die Inselschule umzuziehen. „Wir haben in der Grundschule optimale Verhältnisse“, sagte Genuit. Sollte die Zusammenlegung der Schulen akut werden, sei eine vernünftige Dauerlösung nötig. Sie warnte davor, die Zusammenlegung übers Knie zu brechen.
500 000 Euro für Umbau
Allerdings sieht der Zeitplan von Gemeinde und Landkreis eine mögliche Zusammenlegung bereits zum Schuljahresbeginn 2012/2013 vor. Wie Kohls berichtete, hat der Landkreis für den 14. Februar eine gemeinsame Sitzung von Kreis-Bauausschuss und Insel-Schulausschuss auf Wangerooge angesetzt, wo über die Zusammenlegung weiter verhandelt werden soll. Der Landkreis hat für Umbauten derzeit 500 000 Euro eingeplant. Unklar ist Kohls zufolge außerdem noch, mit welchen Summen sich die Gemeinde an Umbau und laufenden Kosten der Inselschule beteiligen soll.
Das Grundschulgelände soll nach ersten Überlegungen als Baugrundstücke vermarktet werden. Die Gemeinde möchte allerdings die Wohnungen im nördlichen Gebäudetrakt erhalten.
Nicht weiterverfolgt werden soll dagegen der Vorschlag von SPD-Grüne im Gemeinderat, den ev. Kindergarten in Trägerschaft der Gemeinde zu übernehmen und in die Grundschule zu integrieren. Dadurch seien kaum Ersparnisse möglich.
