WANGEROOGE - Viele Jahre hat es gedauert, bis der Abschlussjahrgang 2007 der Inselschule Wangerooge nun seine Idee der „Stolpersteine“ verwirklichen kann. Am Sonntag, 22. Mai, laden die jungen Wangerooger um 11.30 Uhr zur Verlegung von vier Stolpersteinen zur Erinnerung an die jüdische Familie Levy auf der Kreuzung Zedeliusstraße/Elisabeth-Anna-Straße ein.

Dazu reist Gunter Demnig, Initiator der Initiative „Stolpersteine“, an und wird die Steine einbauen, Bürgermeister Holger Kohls wird eine Gedenkansprache halten. Der Shantychor „SchippRatz“ wird dazu singen. Im Anschluss laden die jungen Leute zum kleinen Sektumtrunk ein.

Bei ihrer Abschlussfahrt vor vier Jahren mit Lehrerin Tina von Pentz hatten sich Marlin Tryba, Svea Hanssen, Janna Wilhelmi, Martje Lindner, Antje Brüggerhoff, Eltje Wolf, Rieka Beewen, Merle Janssen, Thore Folkerts, Felix Kuhn und Timo Kipp mit der jüdischen Geschichte Berlins auseinander gesetzt. Die Klasse war buchstäblich über die in ganz Berlin verstreuten „Stolpersteine“ gestolpert, mit denen an jüdische Menschen und ihre Schicksale erinnert wird. Tief beeindruckt hatten sich die jungen Leute danach mit der jüdischen Geschichte ihrer Insel beschäftigt und beschlossen, auf Wangerooge ebenfalls Stolpersteine zu setzen.

Allerdings zeigte sich: das Geld für die Aktion war das kleinste Problem. Schnell stellte sich heraus, dass es wohl nicht möglich sein würde, die „Stolpersteine“ wie geplant vor dem ehemaligen Haus der Familie Levy einzulassen. Im Gespräch war danach das Ehrenmal.

Zuletzt hatten sich Gemeindegremien und Inselschüler dann auf die Kreuzung Zedeliusstraße/Elisabeth-Anna-Straße geeinigt.

Zwischenzeitlich war auch darüber debattiert worden, dass manche jüdischen Gemeinden die „Stolpersteine“ ablehnen, weil dadurch auf den Namen der Opfer des Dritten Reichs herumgetrampelt werde. Maßgeblich für die Initiatoren bei der Verfolgung ihrer Idee war dann aber, dass die Nachkommen der Familie Levy, die Familie Heinemann, die „Stolpersteine“ befürwortet. Geplant ist, dass an der Verlegung der „Stolpersteine“ auch Vertreter der Heinemanns teilnehmen.