WARDENBURG - Was wissen die Wardenburger eigentlich über Holland und die Holländer? Dieser Frage gehen 22 Schüler des Christelijk College Schaersvoorde Aalten und die gleiche Zahl an Schülern der Everkampschule in den kommenden Tagen nach. Anlass ist ein vom pädagogischen Austauschdienst in Bonn finanziell unterstütztes Comenius-Projekt.
Vom 8. bis zum 16. März sind die niederländischen Schüler gemeinsam mit ihren Lehrern Sandra van den Bosse und Jan Molendijk bei Gastfamilien in der Gemeinde Wardenburg untergebracht. Ende Mai werden dann 22 Wardenburger Schüler zu einem Gegenbesuch nach Aalten – sechs Kilometer hinter der deutsch-niederländischen Grenze gelegen – aufbrechen, damit auch die Wardenburger ihre europäischen Nachbarn besser kennen lernen.
Bei der offiziellen Begrüßung im Wardenburger Rathaus erinnerte der Stellvertreter der Bürgermeisterin, Frank Speckmann, daran, dass vor wenigen Generationen bereits ein enges Verhältnis zwischen den Niederlanden und Wardenburg existiert hat. 400 bis 600 Stukkateure hätten auf der Suche nach Arbeit die Reise ins wohlhabende Nachbarland angetreten. „Für sie hat sich im Volksmund der Begriff der Hollandgänger eingebürgert“, so Speckmann. Einige Wardenburger blieben ganz im Nachbarland und gründeten dort eine Familie.
Das Christelijk College Schaersvoorde ist vergleichbar mit einer deutschen Realschule. Die Siebtklässler haben seit September 2009 regelmäßigen Deutschunterricht, im Gegenzug bietet die Everkampschule im Zusammenhang mit ihrem Ganztagsangebot Holländisch-Untericht an, wie Konrektor Alfred Müller betont. Im Vergleich haben es die niederländischen Schüler aber etwas leichter: „Wir wohnen so dicht an der Grenze, da lernt man die Sprache automatisch bei Besuchen kennen“, sagt Sandra van den Bosse.
Am besten klappt die Verständigung sowieso beim gemeinsamen Tun, sind deutsche und niederländische Lehrer überzeugt. So ist vorgesehen, dass alle Schüler gemeinsam Musik machen, Tänze lernen und miteinander kochen.
