WARDENBURG - „Sie sind mit Ihrer Inselklasse und dem dahinter stehenden Integrationskonzept in Wardenburg viel weiter als es der Landesgesetzgeber ist.“ Ina Korter, Landtagsabgeordnete der Grünen und Mitglied im Kultusausschuss, ist am Mittwoch sichtlich beeindruckt, als sie ihre Eindrücke nach dem Besuch der Grundschule zusammenfasst.
Gemeinsam mit ihrer Fraktionskollegin Elke Twesten (Rothenburg/Wümme) sowie der stellvertretenden Kreistagsfraktionsvorsitzenden Susann Kügler und dem Huder Ratsherrn Michael Grashorn informiert sich Korter über die Arbeit der Schule bezogen auf die Inklusion. Kreisvorstandsmitglied Werner Köhler begleitet die Gruppe in seiner Funktion als Leiter der Förderschule am Habbrügger Weg in Ganderkesee, der die Inselklasse als Außenstelle zugeordnet ist. Erstaunlich: Vom Wardenburger Ortsverband ist selbst im Wahljahr weit und breit nichts zu sehen.
Eine bereits 2009 verabschiedete Uno-Konvention für die Rechte Behinderter fordert ein Ende des Abschiebens behinderter Schüler in spezielle Förderschulen. Deutschland hat sich vertraglich verpflichtet, dies umzusetzen, hinkt im internationalen Vergleich aber hinterher. Die CDU/FDP-Landesregierung wolle erst mit dem Schuljahr 2012/2013 in den ersten Klassen den gemeinsamen Unterricht für (fast) alle Schüler einführen. „Das ist viel zu spät und klammert außerdem einen wichtigen Bereich aus“, kritisiert Korter. Gedacht sei nämlich lediglich die Integration lernbehinderter Schüler. Kinder mit Förderungsbedarf für emotionale und soziale Kompetenz sowie Geistigbehinderte blieben weiterhin außen vor. „Im Grunde sind wir immer noch nicht weiter als vor 20 Jahren“, meint die Grünenpolitikerin.
Was allen Besuchern einer gemeinsamen Unterrichtsstunde von Inselklasse – hier lernen sieben bis neun Erst- bis Viertklässler mit Förderbedarf im emotionalen und sozialen Bereich bei Lehrer Holger Arnold – und der Klasse 2a von Lehrerin Stefanie Schwirten auffällt, ist die gute personelle Versorgung: Mit Renate Boeck ist eine dritte Lehrerin im Unterricht mit dabei. Dies verdanke die Schule vor allem dem Rückhalt aus dem Dezernat, betont Köhler. „Anders funktioniert es auch nicht.“
