Wardenburg - Erst wurde kräftig gehämmert, dann Styroporkugeln zersägt und schließlich kam flüssiger Beton auf den Werktisch bei der Ferienpass-Aktion der Biologischen Schutzgemeinschaft Hunte Weser-Ems (BSH). Elf Kinder haben dort am Dienstagnachmittag Nistkästen für Mehlschwalben gebaut.
„Zuerst haben wir zwei Bretter zusammengehämmert, das hat mir besonders viel Spaß gemacht“, berichtet der achtjährige Thies aus Wardenburg. Im 90-Grad-Winkel wurden die Bretter aneinander genagelt – so wurde die Position am Dach, wo die Schwalben sonst nisten, nachgestellt.
Danach haben die Kinder eine Styroporkugel geviertelt und sie an die Holzbretter geklebt. Dies soll später der Hohlraum sein, in dem die Schwalben nisten. Nächster Arbeitsschritt: Der Beton wurde angerührt und rund um die Styroporkugeln angebracht. „Das ist ja wie Matschepampe“, sagten viele Kinder, als sie den flüssigen Beton zum ersten Mal anfassten.
Noch ein Loch in den Beton, durch das die Vögel fliegen können, und aushärten lassen. Zum Schluss wurden die Holzbretter und die Styroporkugel entfernt und die Kinder konnten den fertigen Nistkasten mit nach Hause nehmen.
Am Gebäude der BSH sind nämlich bereits Nistkästen angebracht: „Wir haben hier 25 Stück“, sagt Kathrin Kroker, Leiterin der BSH in Wardenburg. Mit der Aktion soll den Kindern der Umgang mit der Natur nähergebracht werden: „Bei einem Quiz zu Beginn der Aktion haben sie einiges über die Schwalben gelernt. Was sie fressen, wo sie nisten und wie sie leben“, berichtet Kroker.
Anlass für den Bau von Nistkästen speziell für Schwalben sei, dass die Tiere in der Natur immer weniger Material für ihre Kästen finden. Dazu komme, dass viele Bürger keine Nistkästen an ihrem Haus haben wollen und diese abschlagen. „Die Tiere sind jedoch geschützt und das Abschlagen der Nester verboten“, betont Kroker.
Dass die Tiere an Hausdächern Unterschlupf suchen lege daran, dass sie Kulturfolger seien. „Das heißt, dass sie sich an die Gegebenheiten anpassen. Ursprünglich haben sie an Felswänden genistet.“
Auch Lucas (9) und seine Schwester Leandra (7) haben mitgemacht. „Ich fand es sehr interessant zu sehen, wie man ein Nest aus Beton herstellt“, sagte Lucas. Seiner Schwester Leandra gefiel besonders das Quiz und der Rundgang um das Gebäude der BSH: „Ich habe vieles über die Vögel und wie sie leben gelernt“, sagt sie.
