WARDENBURG - Sie nennt sich Inselklasse und stellt im Schulbetrieb der Wardenburger Grundschule in der Tat so etwas wie ein Eiland dar. Fünf Grundschüler der Klassen eins bis vier erhalten seit dem Schuljahr 2007/2008 eine sonderpädagogische Förderung für ihre emotionale und soziale Entwicklung. Bei der Inselklasse handelt es sich um eine neue Außenstelle der Förderschule Ganderkesee.

Die Mädchen und Jungen aus Achternmeer, Hude und Wüsting haben individuelle Stundenpläne, der Unterricht ist stark differenziert. Dennoch gilt der gleiche Rahmen wie für andere Klassen. Reicht der Lernfortschritt nicht aus, können die Inselklässler auch sitzenbleiben.

Die Ursachen für Lernprobleme liegen dabei häufig nicht auf der kognitiven Seite. Vielen falle das Einhalten von Regeln schwer, die Konzentrationsfähigkeit sei drastisch eingeschränkt, es komme zu aggressivem Umgang mit altersgleichen Kindern, beschreibt Andrea Leiningen die Probleme. Die Förderschullehrerin ist von Leer nach Wardenburg versetzt worden, unterstützt wird sie von ihrer Kollegin Nantke Memmenga, die von der Förderschule in Oberlethe abgeordnet worden ist, sowie den beiden Wardenburger Grundschullehrerinnen Renate Boeck und Margrit Gast.

„Ziel bleibt es, die Kinder möglichst bald stundenweise in den normalen Grundschulunterricht zu integrieren“, sagt Leiningen. Gerade Sport, Musik, Werken und Textilarbeiten seien hierfür gut geeignet. Abgesehen davon, dass der Unterricht von zwei Lehrerinnen gemeinsam gestaltet wird und Schüler unterschiedlicher Jahrgänge gemeinsam in einem Klassenraum sitzen, gibt es auch Gemeinsamkeiten mit den anderen Schulklassen. „Wir nutzen die gleichen Bücher und Hefte, auch die Schulpausen sind dieselben“, sagt Leiningen. Die Inselschüler sollten schließlich nicht isoliert, sondern integriert werden.