Wardenburg - Tim Schauder und Laura Bischoff vom „Rainbow Children Verein“ waren überwältigt: „Dass da so viele Schuhe zusammenkommen, hätten wir nicht gedacht. Wahrscheinlich bekommen wir die gar nicht alle ins Auto.“ Zehn Kartons mit rund 300 Paar Schuhen hatten die Mädchen und Jungen der Grundschule Wardenburg in den vergangenen zwei Wochen gesammelt. Eine bunte Mischung aus festem Schuhwerk wie Halbschuhen, Sportschuhen, Boots und Gummistiefeln war da zusammengekommen – zum Teil sogar fast wie neu. Sie sollen schon bald die Füße afrikanischer Kinder vor Sandflöhen schützen.
Der Hilfsverein Rainbow Children hat sich zum Ziel gesetzt, in der Nähe von Mombasa in Kenia ein Waisenhaus zu bauen für körperlich behinderte Kinder. Dafür wurde auch schon ein Grundstück gekauft, doch der Baubeginn verzögert sich, weil die Gebiete rund um das Grundstück von Sandflöhen verseucht sind. Sandflöhe gehören zu den blutsaugenden Parasiten, die ihre Beute bespringen und sich in die obere Hautschicht eingraben. Die am häufigsten betroffenen Stellen sind die Füße. Die Bisse lösen einen starken Juckreiz aus und verursachen starke Schmerzen. Außerdem ist die Gefahr von Infektionen sehr hoch, bei denen sogar Zehen und Füße eingebüßt werden können.
„Die Schuhe sollen die Füße der Kinder schützen, solange die Sandflohplage nicht behoben ist“, erklärte Tim Schauder dem Schülerrat der Grundschule, der sich um die Sammlung der Schuhe gekümmert hatte. Viele Familien in Kenia hätten nicht genügend Geld, um sich Schuhe zu kaufen. Und noch einen guten Grund gibt es, Schuhe für Afrika zu spenden: „In Kenia dürfen Kinder ohne Schuhe nicht in die Schule gehen“, berichtete Tim Schauder.
Der Kontakt zur Grundschule Wardenburg war über Laura Bischoff zustande gekommen: „Ich bin in Wardenburg aufgewachsen und hier zur Schule gegangen“, sagte die Studentin aus Vechta. Sie kenne eine Lehrerin der Grundschule und habe diese gefragt, ob die Schüler beim Sammeln von Schuhen helfen könnten. Das Ergebnis begeisterte die junge Frau.
Am 15. Dezember fliegt sie mit Tim Schauder nach Kenia. „Wir nehmen extra Koffer nur für die Schuhe mit. Aber alle werden da wohl nicht reinpassen“, bedauerte der Student der Politikwissenschaften. Ein Teil werde erst einmal deponiert. „Weil wir nur ein kleiner Verein sind, können wir es uns nicht leisten, die Schuhe zu verschicken.“
Die beiden Vereinsaktivisten sagten den Schülern zu, sie über den weiteren Verlauf ihres Projekts auf dem Laufenden zu halten.
