Elsfleth - Margret Schnars machte ihrem Ärger Luft bei der Sitzung des Ausschusses für Jugendpflege, Sport und Schulen am Dienstagabend. „Ich bin ziemlich geladen. Seit eineinhalb Jahren warten wir auf einen Hausmeister an unserer Schule. Die Situation ist unerträglich“, sagte die Leiterin der Grundschule Elsfleth. Sie sei mittlerweile Hausmeisterin und keine Schulleiterin mehr. „Wenn ich nicht im Sommer gehen würde, würde ich mich wegbewerben“, merkte sie erbost an.

Am Dienstagabend lag Schnee auf den Straßen und Wegen, die teilweise auch vereist waren. Es sei für den an diesem Tag stattfindenden Elternabend an der Schule weder gestreut noch geräumt worden, betonte Margret Schnars und schilderte die tagtägliche Situation. Alle würden sich Mühe geben und sich engagieren an der Schule. Die Stadtverwaltung aber rührte sich nicht. „Das ist eine Ignoranz der Arbeit ohne gleichen“, sagte sie. Ob man auf den Hausmeister so lange warten müsste, bis der Haushalt genehmigt sei, fragte sie.

Dass die Ausschreibung noch nicht abgeschlossen sei, erwiderte Dieter Sindermann, Leiter des Fachdienstes Zentrale Dienste. Die Hausmeisterstelle und die Reinigung seien zusammen ausgeschrieben worden für günstigere Bedingungen. Die Entscheidung habe lange gedauert, im April soll der Hausmeisterposten nun endlich an eine Fremdfirma vergeben worden sein, so Dieter Sindermann weiter.

Es habe etwas mit Wertschätzung zu tun, entgegnete Margret Schnars. „Was ist wichtig für Sie als Kommune?“, stellte sie in den Raum. Gründe könne man immer finden, wenn etwas nicht klappte. „Ich kann das gut verstehen“, entgegnete Bürgermeisterin Traute von der Kammer. Manchmal würde sich aber etwas in der Praxis länger hinziehen, als von allen gewünscht, sagte sie.

Wie die Kämmerin Brigitte Fuchs mitteilte, sind in Haushaltsplanentwurf 2013 für den Hausmeister (Fremdfirma) 20 000 Euro veranschlagt. Eine Reinigungskraft, die ebenfalls bei einer Fremdfirma beschäftigt sein wird, steht mit 6000 Euro zu Buche. Durch die Fremdvergabe würden unter anderem Personalkosten in Höhe von 35 400 Euro eingespart werden.

Neue Zahlen kamen von der Grundschule Lienen, die den Dezernatsleiter Dieter Sindermann überraschten. 32 Einschüler stünden auf der Liste, mit 30 Mädchen und Jungen sei zu rechnen. Ab Sommer 2013 würde es zwei erste Klassen in Lienen geben. Damit sind die rückläufigen Zahlen beim Schülerschwimmen im Wurpland-Bad nicht gelöst. 5000 Euro an Mindererträgen bei den Eintrittsgeldern führt Barbara Gundlach auf ein geringere Nutzung zurück. Es seien zum Teil ganze Klassen weggebrochen, sagte die Verwaltungsmitarbeiterin.

Ulrich Schlüter
Ulrich Schlüter Redaktion Brake