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– Bundesweit werden Wasserbüffel inzwischen für den Naturschutz und die Landschaftspflege eingesetzt. Einen entscheidenden Anteil daran hat der Sandkruger Büffelzüchter Peter Biel, der vor zehn Jahren erstmals die Idee hatte, diese imposanten Tiere in diesen Bereichen einzusetzen, die andere große Pflanzenfresser nicht artgerecht beweiden können. In Professor Dr. Hilmar Zeigert aus Oldenburg fand er nicht nur einen kompetenten Agrarökonomen, sondern auch einen erfahrenen Büffelzucht-Experten, der alle Einsätze dieser Tiere in vernässten Weiden oder Niedermoorgebieten begleitete. Sie konnten nachweisen, dass der Wasserbüffel kein Kostverächter ist und im Gegensatz zu seinen Weidekonkurrenten auch Binsen, Disteln und Brennnesseln nicht verschmäht. Das konnte die auf der Büffelfarm Hatten beheimatete Herde nicht nur auf heimischem Terrain nachweisen, sondern auch in „Außeneinsätzen“ im Naturschutzgebiet Hasbruch, in der Tungeler Marsch oder bei einemProjekt in Zusammenarbeit mit dem BUND in der Oldenburger Haaren-Niederung.
Durch Publikationen auch im Internet wurden seinerzeit die Bezirksregierungen Weser-Ems und Hannover auf diese Möglichkeit der Beweidung von „Problemgebieten“ aufmerksam, die Projekte im Naturschutzgebiet „Fehntjer Tief“ bei Aurich und in den Meerbruchswiesen am Steinhuder Meer initiiert haben. Die Tiere kamen von der Hatter Farm. Später folgten Beweidungserprobungen auf den Salzwiesen der Luneplate bei Bremerhaven, im Niedermoorgebiet der Woeste bei Bad Sassendorf und jetzt im Wiesenvogelbrutgebiet Klauhörn bei Apen/Ammerland. Überall verrichteten die dort eingesetzten gesundheitlich besonders robusten Wasserbüffel der Europäischen Mittelmeerrasse ihre Arbeit zur Zufriedenheit der dort eingesetzten Natur- und Landschaftspfleger.
Aufmerksam auf die Arbeit der Büffelfarm Hatten wurde 2005 der jetzt beim Lehrstuhl für Allgemeine Ökologie an der Universität Cottbus tätige Wissenschaftler Dr. René Krawczynski, der sehr früh die beispiellose Vielfalt der Einsatzmöglichkeiten erkannte und der Hatter Büffelfarm eine Zusammenarbeit anbot mit der Zielsetzung, den Einsatz dieser Megaherbivoren (große Pflanzenfresser) erstmals wissenschaftlich zu begleiten und zu erforschen.
