Nadorst - Die Zeit der Wanderschaft ist vorbei: Seit Beginn des Schuljahres gingen 170 Kinder der Grundschule Nadorst täglich zum Mittagessen ins nahe gelegene Altenzentrum Bischof Stählin (die NWZ  berichtete), am Montag gab es erstmals ein Menü in der schuleigenen Mensa. Mit einem kleinen Festakt wurde der Neubau eröffnet. Jonna und Georg, Sprecherin und Sprecher der Schülervertretung, trennten das Absperrband durch und gaben damit den Weg frei in den Erweiterungsbau.

Seit Schuljahresbeginn ist die Schule offene Ganztagsgrundschule und bietet in Kooperation mit dem Kindertagesstätten- und Beratungsverband KiB ein umfangreiches Bildungsangebot bis in den Nachmittag hinein. Das heißt, dass die Kinder auch mittags verköstigt werden müssen. Dafür ist der Bremer Schulküchenverein zuständig. Das Team um Geschäftsführerin Susanne Bastin hatte für den Eröffnungstag Leckeres vorbereitet: Kartoffel-Cremesuppe mit Majoran, überbackene Möhren mit Blätterteig, dazu Knoblauch-Schmand und zum Dessert Walnuss-Quark.

Jubelnd zogen die insgesamt 250 Kinder klassenweise in das Gebäude. Im ehemaligen Innenhof der Schule ist für rund 870 000 Euro eine helle großzügige Mensa mit freundlicher Atmosphäre und guter Akustik, der dazugehörige Küchentrakt, eine barrierefreie Bücherei und ein lichtdurchfluteter Kreativraum entstanden – nach den Plänen von Architekt Ulrich Helpertz vom Eigenbetrieb Gebäudewirtschaft und Hochbau der Stadt.

„Es wurde pädagogisch gedacht“, lobte Anja von Bülow. KiB-Fachbereichsleiterin, auch mit Blick auf Stefan Siefert (Leiter des Fachdienstes Schule und Bildung). Sie freue sich, dass nach jahrelanger Konzeptarbeit und intensiven fachlichen Auseinandersetzungen mit Kolleginnen aus Schulen und von anderen Trägern, mit der Verwaltung und der Politik sowohl für das Oldenburger Rahmenkonzept als auch für das Nadorster Hauskonzept nun die Umsetzung gefeiert werden könne.

„Knusper, knasper, knule – wer knuspert an unserer Schule?“: So begrüßte Schulleiterin Sabine Stehno (als Knusperhexe verkleidet) zusammen mit der Ganztagskoordinatorin Kerstin Schäfer (als Gretel) und deren Stellvertreter Tobias Niewiera (als Hänsel) die Gäste. Sie erinnerte damit an die Presslufthammer bei den ersten Abrissarbeiten im Frühjahr. Doch der Baulärm habe sich gelohnt, waren sich alle einig.

In Tischgruppengemeinschaften werden die Kinder der ersten und zweiten Klassen künftig mit den Erzieherinnen und Erziehern essen. Für die dritten und vierten Klassen gibt es das Menü am Büfett. Die Großen können selbst entscheiden, wann sie in ihrer Mittagsfreizeit mit wem essen gehen wollen – wie in einem richtigen Restaurant.

Susanne Gloger
Susanne Gloger Redaktion Oldenburg