Hude/Wüsting - Mehr Obst, weniger Süßigkeiten – mit Beginn des neuen Schuljahres sollten in ganz Niedersachsen Jungen und Mädchen kostenlos mit frischem Obst und Gemüse versorgt werden. Doch das Schulobstprogramm des Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz stockt bisher gewaltig (die NWZ  berichtete). Unter den mehr als 650 angemeldeten Schulen befinden sich auch zwei aus der Gemeinde Hude. Auch hier sind bislang weder Tomaten noch Äpfel geliefert worden.

„Das wollten wir aber auch so“, sagt Rektorin Sabine Tretner von der Grundschule Wüsting. Direkt nach der Einschulung sei es immer etwas hektisch. „Für uns ist auch das Schulobst neu, und wir wollen erst einmal mit unseren Schülern zurecht kommen“, erklärt die Pädagogin.

So habe man von vornherein mit dem Lieferanten – der Hofgemeinschaft Grummersort – abgesprochen, nicht sofort nach den Ferien frisches Obst und Gemüse zu liefern. „Nächste Woche geht es los“, sagt Tretner.

Laut Ministerium sei ein Problem für die Startschwierigkeiten, dass viele Schulen während der Ferien versäumt hätten, Lieferverträge mit einem der rund 100 autorisierten Lieferanten abzuschließen. In Wüsting wurde ganz bewusst erst nach Beginn des neuen Schuljahres der Kontrakt mit der Hofgemeinschaft abgeschlossen.

Auch an der Förderschule Hude an der Vielstedter Straße sind die Kinder ohne frisches Obst und Gemüse in das Schuljahr gestartet. „Wir haben letzte Woche eine Liefervereinbarung getroffen“, sagt Lehrerin Judith Jansen, die an der Schule für die Aktion zuständig ist. „Wann das erste Obst genau geliefert wird, weiß ich noch nicht.“

Mit der Aktion von Agrarminister Christian Meyer (Grüne) will das Ministerium die „Begeisterung für die Extraportion frisches Obst und Gemüse insbesondere bei Kindern im Grundschulalter“ wecken und den Verzehr steigern, heißt es. Dazu wurde eine Liste mit in Betracht kommenden Obst- und Gemüsesorten zusammengestellt, aus der die Schulen auswählen können.

Dementsprechend werden dann saisonale Obst- und Gemüsesorten aus regionalen Betrieben geliefert. „Dabei erhalten die Kinder der beteiligten Schulen kostenfrei an drei Tagen der Woche jeweils eine Portion von 100 Gramm“, heißt es aus dem Ministerium.

Das Schulobstprogramm wird auch durch die Europäische Union unterstützt.