Nordenham - „Jetzt habe ich weniger Angst vor der Dunkelheit und vor abendlichen Spaziergängen in der Nordenhamer Fußgängerzone“, sagt einer der elf Frauen im Alter von 60 bis 77 Jahren, die jetzt einen Kurs „Sicherheitstraining für Seniorinnen ab 60 Jahre“ im Mehrgenerationenhaus an der Viktoriastraße abgeschlossen haben.
Es ist der dritte Kurs in drei Jahren. Insgesamt 35 Frauen haben teilgenommen. „Nächste Woche beginnt ein Fortgeschrittenenkurs, der ebenfalls ausgebucht ist. Wir würden gerne im nächsten Jahr ein weiteres Angebot machen, aber das hängt von der Finanzierung ab“, sagt auf Nachfrage der NWZ Karin Windheim-Czichon.
Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt hat die Angebote initiiert. Sie sind in Zusammenarbeit mit dem Mehrgenerationenhaus, mit Lea Ahrens (Leiterin des Seniorenservicebüros) und mit dem Nordenhamer Präventionsrat angeboten worden.
Die ersten beiden Kurse sind aus einem Fördertopf des Landes finanziert worden. Den dritten hat der Präventionsrat bezahlt. Die Aussichten, dass der Präventionsrat einen weiteren Kurs im nächsten Jahr finanziert, seien nicht schlecht, sagte Geschäftsführer Edwin Krüger auf Nachfrage der NWZ .
Als Präventionsbeauftragter der Nordenhamer Polizei hat Edwin Krüger die Seniorinnen unter anderem auf Strategien von Trickbetrügern und Handtaschendieben hingewiesen. Er gab den Seniorinnen mit auf dem Weg: „Sie sollten einem gesunden Misstrauen folgen und immer vorsichtig sein. Wenn es zu einem Übergriff kommt, sollten sie laut sein und schreien.“
Nach außen Stärke zeigen, selbst wenn man Angst hat – darauf kommt es laut Edwin Krüger an.
Unter Leitung von WenDo-Trainerin Petra Schmidt aus Oldenburg trainierten die Frauen mehr Selbstsicherheit. Mit einfachen Übungen zur Körperhaltung und Ausdrucksweise sowie Atem- und Stimmübungen sollte selbstsicheres Bewegen auf der Straße, bei Behörden, beim Einkaufen und Zuhause ermöglicht werden.
Entspannungsübungen und Gedächtnistraining ergänzten den Kurs, der an vier Terminen jeweils drei Stunden lang im Mehrgenerationenhaus stattgefunden hat.
Petra Schmidt hat mit den Seniorinnen leichte Selbstverteidigungsstrategien entwickelt, um sich in bedrohlichen Situationen körperlich und auch verbal wehren zu können. „Wir machen keinen Kampfsport. Selbstverteidigung und Selbstbehauptung beginnen im Kopf“, sagt sie.
Eine der Kursteilnehmerinnen bringt ihre Freude so zum Ausdruck: „Wir haben gelernt, selbstbewusster Gefahrensituationen zu erkennen und wie man damit umgehen kann.“
