Oldenburg - Die Arbeitsgruppe Inklusion bei der Stadt hat Empfehlungen für Grundschulen und Kindertagesstätten entwickelt, die letztlich wohl eine Erschwerung des Zurückstellens von schulpflichtigen Kindern bedeuten. Der Schulausschuss hat sich in seiner jüngsten Sitzung einstimmig für diese Empfehlung, über die in der AG Inklusion aber heftig gestritten worden war, ausgesprochen.
Inklusion bedeute auch, „dass alle Kinder von vornherein am Schulleben teilhaben“, begründete Marina Pelka, Leiterin der Grundschule Kreyenbrück, das Vorgehen. Inklusion und Zurückstellung passten nicht zusammen. Sabine Stehno, Leiterin der Grundschule Nadorst, sagte, Mitte Februar werde „ein Runder Tisch durch die Schulleitungen einberufen, um zu klären: Wird ein Kind zurückgestellt oder nicht?“ Es sei vorteilhaft, wenn für die Entscheidung „mehrere Professionen zusammenkommen – jene, die die Kinder schon lange kennen und andere“. Die Verbindlichkeit solle erhöht und stadtweit gleich agiert werden. „Wir wollen keine Einzellösungen in einzelnen Stadtteilen.“ Noch gebe es Schulkindergartengruppen, sie würden aber langfristig auslaufen, so Marina Pelka. Der Jugendhilfeausschuss soll das Empfehlungspapier nun auch für die Kindertagesstätten beschließen.
Im Jugendhilfeausschuss sah man des Thema kritischer als im Schulausschuss. Fachliche Zweifel an dem Testverfahren „Mit Mirola durch den Zauberwald“ zur Erfassung der Lernvoraussetzungen wurden geäußert. Ausschussmitglied Eltje Jahnke kritisierte, dass dieses Verfahren unterschiedlich angewandt werde. Eine vertiefende fachliche Beratung soll folgen, der Beschluss wurde auf die nächste Sitzung am 19. März vertagt.
