Thüle - „Wir dürfen am Ende sogar Helium einatmen, wenn wir gut bei den Experimenten mitmachen. Dann bekommen wir eine lustige Stimme“, freut sich die 9-jährige Charlin. Gemeinsam mit den anderen Viertklässlern der katholischen Grundschule Thüle erfreut sie sich am Chemietag. Den führte Dr. Doris Plaggenberg am Donnerstag bereits zum fünften Mal durch. Die promovierte Chemikerin hat sämtliches Material für die Experimente im Gepäck. Ebenso wie ihre Cousine Ulrike Kleymann, die für Ruhe und Ordnung im Klassenraum sorgt und die Mädchen und Jungen bei den Experimenten unterstützt.
In weißen Kitteln und mit Schutzbrillen geht es für die 13 Schüler an die zehn vorbereiteten Stationen. Den Übungsblättern können sie Material und Durchführung entnehmen. Das Ergebnis des Versuchs notieren sie hinterher. „Wir haben gerade die Vitaminkanone ausprobiert“, erzählt Marco. „Wir haben Brausetabletten ins Wasser getan, das in eine Röhre gestellt und den Deckel drauf gemacht“, erzählt Shayaan und schon donnert die Vitaminkanone los. Die beiden erschrecken sich kurz und lachen, als der Deckel bis an die Decke des Klassenzimmers fliegt. Währenddessen versuchen Anna und Charlin, die lodernden Flammen der Papiertücher vorsichtig mit Sand oder Wasser zu löschen.
„Wenn es brennt oder knallt, macht es den Kindern am meisten Spaß“, weiß Dr. Doris Plaggenberg aus Erfahrung. Daher kommen Teelichter in zahlreichen Versuchen zum Einsatz. So wird die Zeit gemessen, bis sie ausgehen, gezeigt, wie sie im Wasser aufsteigen können oder die Funktion des Dochts herausgearbeitet. Hinterher gehen alle gemeinsam die Versuche durch und versuchen, die Ergebnisse zu erklären. Gebannt folgen die Kindern den Ausführungen der Chemikerin, bevor es auf den Schulhof geht, wo die größeren Experimente stattfinden.
Und zum Schluss gibt es kein Halten mehr, als die Kinder endlich das Helium probieren dürfen.
