Garrel - „Mein Opa ist mal von der Leiter gefallen, und da lief das ganze Blut an seinem Gesicht runter“, erzählt Malte. Der Siebenjährige wusste damals nicht, wie er reagieren soll und war froh, dass seine Eltern zur Stelle waren. Jetzt fühlt er sich sicher.
Das verdankt Malte den engagierten Kräften des Jugendrotkreuzes der Station in Garrel. Sie haben 19 Mädchen und Jungen im Alter von fünf bis zehn Jahren bei einer Ferienpassaktion zum „Erste-Hilfe-Helden“ ausgebildet.
Dabei lernen die Kinder, in Notsituationen Hilfe zu rufen (H), den Verletzten zu ermutigen und beruhigen (E), die lebenswichtigen Funktionen zu kontrollieren (L) und die Person in Not mit einer Decke zu wärmen (D). „Mit dieser einfachen Formel kann jeder ein Held sein“, so Melanie Lanfermann vom Jugendrotkreuz.
„Das ist gar nicht so schwer“, sagt die zehnjährige Jana und hockt sich vor ihre Freundin Johanna. Sie schüttelt die Neunjährige an der Schulter. Keine Reaktion. Sie prüft die lebenswichtigen Funktionen und beginnt mit der stabilen Seitenlage. Blitzschnell hat sie Arme und Beine in die richtige Position gebracht. „Das hast du super gemacht“, lobt sie Melanie Lanfermann.
„Wir machen solche Aktionen bestimmt schon seit 30 Jahren“, schätzt Lanfermann. Sie findet es wichtig, den Kindern so früh wie möglich zu vermitteln, mit welchen einfachen und schnellen Mitteln sie helfen können. „Die meisten Unfälle passieren im Haushalt. Oft zähle jede Sekunde, wenn die Menschen im Umfeld bewusstlos werden. „Die Resonanz der Kinder und Eltern ist positiv. Viele berichten, dass die Kinder es zu Hause noch einmal vorführen und selbstbewusst sagen: „Ich kann das“, berichtet die Jugendrotkreuzlerin.
Spannend war für die Kinder ebenfalls das Erkunden des Rettungswagens. Geduldig beantworten Hannah Hinrichs und Christopher Palys die Fragen.
Der achtjährige Philipp ist von der Technik ganz fasziniert. „Da drin sind das Blaulicht und die Sirene, und die Sanitäter haben sogar ein Navi, das schon weiß, wo man hinfahren soll“, erzählt er begeistert. Auch die Tragen, Helme, Schutzmasken, das Stethoskop und die vielen anderen Sachen fand der Junge „ganz cool“.
Am Ende ist auch der siebenjährige Malte überzeugt, dass er anderen helfen kann, wenn jemandem mal wieder etwas passiert – so wie seinem Opa.
