WESERMARSCH - WESERMARSCH/TM - Die Kreismitgliederversammlung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat ihren Vorstand einstimmig bestätigt. Dem Vorsitzendenteam gehören weiter Hannelore Fischer-Voigt (Nordenham), Rainer Beha (Brake) und Heiko Pannemann (Stadland) an.

In der Versammlung in der Grundschule Ovelgönne nahm der GEW-Landesvorsitzende Eberhardt Brand zu aktuellen Problemen des niedersächsischen Schulwesens Stellung. Einig sei man sich mit allen politischen Kräften, dass die Anzahl der Schüler mit hoch qualifizierten Abschlüssen entscheidend erhöht werden müsse. Das gegenwärtige Schulsystem kann dies nach Ansicht der GEW aber nicht leisten. Auch wenn Kultusminister Busemann öffentlich von stärkerer Förderung spreche, so Brand, seien die Lehrkräfte in der vom Schulsystem vorgegebenen Falle, nach Leistung auslesen zu müssen statt individuell fördern zu können. Daran ändere auch der Erlass zur Durchlässigkeit nichts, da die Stundentafeln und Unterrichtsinhalte der verschiedenen Schulstufen bereits ab Klasse 5 und 6 stark voneinander abweichen würden.

Brand kritisierte die Äußerung Busemanns, dass Unterrichtsausfälle nicht tatsächlich, sondern „gefühlt“ seien. Die statistischen Berechnungen seien eine Täuschung, da zum Beispiel Klassen- und Gruppengrößen unverantwortlich hoch nach oben verändert worden seien. Zudem spiegelten punktuelle Messungen die realen Verhältnisse im Verlaufe eines Schuljahres nicht wider. Brand rief die Lehrerinnen und Lehrer dazu auf, in den Kollegien und mit den Eltern die Diskussion darüber zu führen, dass nicht individuelles Versagen die Ursache für vielfältige Probleme der Schulen sei, sondern dieses System zunehmend an seine Grenzen stoße und grundlegend reformiert werden müsse.

Der GEW-Kreisverband ehrte in der Versammlung einige Jubilare für ihre langjährige Mitgliedschaft: Brigitte Erbe-Sieling (Jade), Susanne Kalla (Elsfleth) und Knut Lindberg (Nordenham) sind 25 Jahre Mitglied der GEW. Bereits 40 Jahre in der Gewerk-schaft ist Heino Hasselder (Elsfleth), dessen bildungspolitisches Engagement auf Kreisebene besonders hervorgehoben wurde.