WESTERSTEDE - Einen ganz besonderen Austausch erleben zur Zeit die Schülerinnen und Schüler des Westersteder Gymnasiums und des Breslauer „13. Lyzeums“.
Für zwölf Tage sind die polnischen Jugendlichen nun zu Gast in der Kreisstadt und in ihren Gastfamilien. Begrüßt wurden die Besucher am Dienstag von Schulleiter Norbert Brumloop und Bürgermeister Klaus Groß.
Neben Fahrten und Freizeit wird in den nächsten Tagen allerdings auch gemeinsames Recherchieren auf dem Programm stehen.
Im Rahmen des Zeitzeugenprojekts „The Niners“ begibt sich die Klasse 10 d zusammen mit ihren Gästen auf „polnische Spuren im Emsland“. In drei Gruppen werden sich die Schülerinnen und Schüler so unter anderem mit der Geschichte der polnischen Besetzung des Emslandes beschäftigen.
„In dem ersten Halbjahr des einjährigen Projekts liegt der Schwerpunkt auf dem Zeitraum 1939 bis 1949“, erklärt Koordinator Michael Timpe.
Internetzeitung erarbeiten
An Rechercheaufgaben mangelt es hierzu nicht: Die Schüler werden Interviews mit Zeitzeugen führen, das Dokumentations- und Informationszentrum Emslandlager besuchen oder Text- und Fotodokumentationen erstellen. Ziel ist es, ab dem 26. Oktober die Ergebnisse in Form einer gemeinsam erarbeiteten Internetzeitung zu veröffentlichen.
Zeitzeugenprojekt einmalig
Seit sechs Jahren pflegt das Westersteder Gymnasium nun schon einen jährlichen Austausch mit der Breslauer Schule und kann auf viele Projekte zurückblicken. „Doch das Zeitzeugenprojekt ist in dieser Form einmalig“, berichtet Michael Timpe. „Und so etwas ganz Besonderes .“
An dem neuen deutsch-polnischen Gemeinschaftsprojekt sind insgesamt vier deutsche Schulen und ihre jeweiligen Partnerschulen beteiligt. Im Rahmen eines Förderwettbewerbs von „European for Peace“, an dem sich insgesamt 120 Schulen mit ihren Konzeptionen beworben hatten, wird das Zeitzeugenprojekt als eines von 45 ausgewählten Projekten von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft gefördert. Die Schirmherrschaft übernahm auf deutscher Seite Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff.
Für die Jugendlichen bietet das Projekt neben der gemeinsamen Arbeit viele Vorteile. „Wir freuen uns auch darauf, unser Deutsch verbessern zu können“, erklärt die 16-jährigen Ola aus Polen.
Und natürlich ist es für alle spannend, ihr Nachbarland kennen zu lernen, da sind sich die Schüler auf beiden Seiten einig.
Projektergebnisse unter www.european-niners.de
