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NWZonline.de Ratgeber Beruf & Bildung

Ausbildung auf „neuem Niveau“

10.08.2018

Westerstede Wenn Frauen erfahren, dass sie schwanger sind, löst das eine Vielzahl von Gefühlen aus: Vorfreude, Glück, vielleicht Angst und Zweifel. In den vergangenen Jahren kam eine Sorge hinzu: Finde ich überhaupt eine Hebamme?

Im gesamten Nordwesten ist ein deutlicher Hebammenmangel zu verzeichnen. Nicht nur für die Vor- oder Nachsorge einer Geburt ist es zum Teil schwer, Hebammen zu finden, auch Kliniken haben Probleme, genügend Fachkräfte einzustellen. Und in den nächsten Jahren wird sich das noch verschärfen.

In Westerstede trafen sich Mitglieder eines Lenkungskreises, der sich nun dafür einsetzt, dass im Nordwesten ein Studienstandort mit dem Studiengang „Hebammenwissenschaft“ eingerichtet wird. Teilnehmer sind unter anderen Ärzte, Gleichstellungsbeauftragte, Sozialdezernenten und natürlich Hebammen. „Es wird oft so dargestellt, als seien sich die von dem Thema Betroffenen nicht einig. Das stimmt nicht. Wir alle wollen dasselbe – die Hebammenausbildung professionalisieren, akademisieren und mehr Hebammen ausbilden“, fasst Veronika Bujny, 1.Vorsitzende des Hebammenverbandes Niedersachsen, zusammen.

Zu wenig Absolventinnen

In Oldenburg gibt es eine Hebammenschule. Alle drei Jahre beenden 15 Schülerinnen die Ausbildung. „Das ist viel zu wenig“, konstatiert die Leiterin, Astrid Kruid. Außerdem blieben viele der Absolventinnen nicht in der Region. Jede Frau hat aber Anspruch auf Hebammenberatung, macht Hilke Schauland deutlich. Sie ist die 2. Vorsitzende des Hebammenverbandes und genau wie ihre Mitstreiter überzeugt: „Es muss dringend etwas passieren. Schon jetzt spüren wir einen großen Druck. Da muss gehandelt werden.“ In den nächsten Jahren werden etwa 25 Prozent der im Nordwesten tätigen Hebammen in Rente gehen. Und dann?

Die Mitglieder des Lenkungskreises wollen Frauen keine Angst machen. „Wer mit Wehen in ein deutsches Krankenhaus kommt, wird versorgt“, beruhigt zum Beispiel Dr. Thomas Möller, Leitender Arzt der Ubbo-Emmius-Klinik in Aurich. Dennoch könne es nach der Entbindung sein, dass Mütter ohne Hebammenbetreuung entlassen werden müssten.

Der Lenkungskreis fordert die Landesregierung zum sofortigen Handeln auf. Deutschland ist das einzige Land der EU, das die Hebammenausbildung noch nicht akademisiert hat. „Wir sind das Schlusslicht. Dadurch fehlt die internationale Vergleichbarkeit und die Attraktivität“, so Bujny. Das hat auch schon Oliver Bungenstock, Pflegedirektor des Klinikums Emden, öfter erlebt. „Wir sind seit Jahren aktiv auf der Suche nach Fachkräften, auch im europäischen Ausland. Aber für ausländische Hebammen ist Deutschland schlicht unattraktiv.“

Mit dem nun geforderten Studienort sollen zweierlei Probleme gelöst werden. „Es geht zum einen darum, gebärenden Frauen mehr Sicherheit zu geben und zum anderen, den Beruf der Hebamme wieder attraktiver zu machen, eine wissenschaftliche Vergleichbarkeit herzustellen. Da muss es zukunftsweisend nach vorn gehen“, findet die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Aurich, Birgit Ehring-Timm.

Neue Anforderungen

Der neue Studiengang soll pro Jahr etwa 40 bis 60 Plätze anbieten. „Die praktischen Anteile können in geburtshilflichen Einrichtungen in der gesamten Region stattfinden. Für die Theorie braucht es einen Studienort, der gut erreichbar ist und, wenn möglich, international vernetzt“, wünscht sich Schauland. Und: „Die Anforderungen an eine Hebamme haben sich geändert, das muss sich auch in der Ausbildung widerspiegeln.“ Das Fazit des Lenkungskreises ist deutlich: „Wir brauchen mehr Hebammen. Und zwar auf einem neuen Niveau!“

Imke Harms
Volontärin, 2. Ausbildungsjahr
NWZ-Redaktion
Tel:
0441 9988 2003
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