WESTERSTEDE - Zu überhören waren sie nicht – und das auch mit voller Absicht: Etwa 80 Jugendliche haben am Dienstag mit einem Protestmarsch durch Westerstede für bessere Bildung demonstriert. „Wir wollen kein Koks, wir wollen kein Bier, wir sind für die Bildung hier!“ skandierten sie auf ihrem Weg vom Albert-Post-Platz vorbei an Robert-Dannemann–Schule und Gymnasium. Trotz der dort abgehaltenen Kundgebungen und Aufforderungen an die Schüler, sich anzuschließen, fanden sich kaum zusätzliche Unterstützer.

Konkret fordern die Demonstranten im Alter zwischen zehn und 20 Jahren unter anderem die Aufwertung des Hauptschulabschlusses, die Abschaffung von Studiengebühren, kleinere Klassen sowie die flächendeckende Einführung von Gesamtschulen und nicht der „Mogelpackung“ Oberschule. Sie beklagen die schlechte Lehrerausbildung, zu wenig Freizeit, zu strenge Zugangsbedingungen zu Hochschulen und die soziale Selektion im Bildungswesen.

Größtenteils verlief der Protest ohne Komplikationen. Die Polizei, die den Marsch durch die Stadt mit zwei Einsatzfahrzeugen absicherte, musste nur vereinzelt Kreuzungen kurzzeitig blockieren. Die meisten Beobachter entlang der Strecke nahmen die lautstarken Proteste mit Trillerpfeifen und Sprechchören mit geringem Interesse hin. Es sei ja schön, für die Bildung zu demonstrieren, so ein Passant. Aber das wirklich etwas damit erreicht werden könne, glaube er nicht.

Björn Buske
Björn Buske Online-Redaktion