WESTERSTEDE - Die „Schulhoheit“ im Ammerland liegt bei den Gemeinden. Dies wurde einmal mehr während der jüngsten Kreistagssitzung beim Thema „Bauliche Erweiterung der Europaschule Gymnasium Westerstede um 14 allgemeine Unterrichtsräume und Funktionsräume“ deutlich. Nach kontroverser Diskussion stimmte der Kreistag am Ende mit großer Mehrheit – bei sieben Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen – der geplanten Baumaßnahme zu: Für die bauliche Erweiterung wird der Stadt Westerstede ein – zinsloses – Darlehen aus der Kreissschulbaukasse in Höhe von rund 1,27 Millionen Euro sowie ein Investitionszuschuss in gleicher Höhe bewilligt.

Aufgrund der Schulstrukturreform (Abschaffung der Orientierungsstufe), der Erhöhung der Übergangsquoten zum Gymnasium (von 34 auf 43 Prozent) und der Erhöhung der Schülerzahlen aufgrund der demografischen Entwicklung ergibt sich für das Gymnasium Westerstede ein erheblicher zusätzlicher Raumbedarf. Zwar wurde der Situation mit der Schaffung der Außenstelle Apen, dem Bau von Klassenräumen und dem Aufstellen von Modulklassen bereits begegnet. Dennoch verbleibt ein weiterer Bedarf von 14 allgemeinen Unterrichtsräumen. Mit einem Kostenaufwand von rund 3,7 Millionen Euro will die Stadt Westerstede diese Unterrichtsräume in 2008 bauen. In 2009 und 2010 ist die Einrichtung von zusätzlichen Fachunterrichtsräumen und die Anpassung der Infrastruktur geplant. In den Gremien und im Kreistag selbst wurde der Sinn dieser Investitionen u.a. wegen der räumlichen Beengtheit des Gymnasiums am jetzigen Standort in der Stadt Frage gestellt. Auch wurde darauf hingewiesen, dass an der

Robert-Dannemann-Schule bald Räume leer stehen würden. Sinnvoll oder nicht – diese Frage wollte die Kreistagsmehrheit jedoch nicht erörtern. Wenn das Westersteder Wille sei, dann werde man dem zustimmen – und so geschah es.