WESTERSTEDE - 14 ehemalige Schülerinnen der Landwirtschaftsschule Oldenburg trafen sich am Mittwoch in Westerstede, um die Vergangenheit wieder aufleben zu lassen. Vor 55 Jahren hatten sie zusammen mit acht weiteren Schülerinnen die Prüfung zur staatlich geprüften Hauswirtschafterin abgelegt.
Organisiert hatten das Treffen (inklusive Gang durch Kirche, Innenstadt und Rathaus) Margarete Wempen aus Lindernerfeld und Elisabeth Frerichs aus Ocholt. Viele Gespräche drehten sich natürlich um die gemeinsame Zeit. Alle hatten vor dem Besuch der Landwirtschaftsschule bereits bis zu zwei Jahren auf Bauernhöfen der Region gearbeitet. „Wir haben alles gelernt und gemacht, was auf einem Hof so vorkommt: Melken, Tiere füttern, bei der Ernte helfen und Gartenarbeiten erledigen“, berichtet Margarete Wempen.
Nach dieser Zeit stand für die Frauen die Landwirtschaftsschule an der Wallstraße 14 in Oldenburg auf den Stundenplan. Im Unterricht ging es um Vorratshaltung, Buchführung, Erziehungslehre, Gesundheits- und Säuglingsspflege, Textilarbeit, Gartenbau und vieles mehr.
„Es war eine schöne Zeit, die mir viel Spaß gemacht hat“, erklärte die ehemalige Lehrerin Gisela Sextroh, die an dem Treffen in Westerstede ebenfalls teilnahm. Die heute 82-Jährige hatte ihre Schülerinnen in jungen Jahren übernommen, war dann 15 Jahre lang auf dem eigenen Hof tätig und für Kinder und Familie da, um im Alter von 49 Jahren wieder in den Beruf zurückzukehren. Einige der ehemaligen Schülerinnen machten damals nach dem erfolgreichen Abschluss in Oldenburg sogar noch ihre Meisterprüfung und bildeten auf ihren Bauernhöfen selbst den Berufsnachwuchs aus.
Viele ergriffen wiederum ganz andere Berufe.
