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NWZonline.de Ratgeber Beruf & Bildung

„Das ist Heimatliebe vom Feinsten“

29.08.2019

Westerstede Plattdeutsch lebt – und ganz besonders an den kommenden Freitagen im September. Denn dann gilt „Freedag is Plattdag“ oder auch „Fräindai is Seelterdai“ auf Saterfriesisch. Dann sind alle Menschen im Nordwesten und natürlich ganz Niedersachsen eingeladen, an Freitagen Plattdeutsch oder Saterfriesisch zu sprechen. Auch Schulen sind zur Teilnahme eingeladen.

Erneut Schirmträger der Aktion im Projekt „Platt is cool“, die nun zum zweiten Mal stattfindet, ist Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD).

„Sie merken, ich spreche Hochdeutsch – ich komme aus Hannover“, entschuldigte sich der Ministerpräsident bei der Eröffnung am Mittwochmittag im Robert-Dannemann-Forum in Westerstede (Kreis Ammerland). Verstehen könne er Plattdeutsch aber wohl, und höre es auch sehr gern. „Platt ist ein unglaublicher Sympathieträger“, so Ministerpräsident Weil und freute sich sehr über das große Engagement, diese Sprache weiterzutragen. „Das ist Heimatliebe vom Feinsten“, lobte er.

Dass Platt wieder cool ist, kann auch Stefan Meyer, Plattdeutschbeauftragter bei der Oldenburgischen Landschaft, bestätigen. Heute bedeute Plattdeutsch Heimat, es sei etwas Besonderes und außerdem identitätsstiftend. „Plattdeutsch ist heute sehr lebendig“, weiß Meyer. Egal ob im Alltag, in der Familie, der Grundschule, der Altenpflege oder dem Finanzwesen. Selbst angehende Polizisten an der Polizeiakademie Oldenburg können seit zwei Jahren dort Platt lernen.

Wichtig beim Erhalt der Sprache sei auch die finanzielle Förderung des Landes, betonte Hans-Hinrich Kahrs, Fachberater Niederdeutsch der Landesschulbehörde, und appellierte an den Minister, bald zusätzliche Mittel vom Land bereitzustellen.

Etwas schwerer als Plattdeutsch mit seinen vielen verschiedenen Dialekten hat es Saterfriesisch. Wie der Name schon erkennen lässt, wird diese eigenständige Sprache nur im Saterland gesprochen – und nur noch von rund 1500 Menschen. „Es ist schon etwas schwieriger, Saterfriesisch zu lernen“, sagt Ingeborg Remmers, Lehrerin an der „Litje Skoule Skäddel“ in Scharrel und Fachberaterin fürs Saterfriesische der Landesschulbehörde. „Im Plattdeutschen gibt es noch eher Wörter, die wie im Hochdeutschen klingen. Im Saterfriesischen ist das weniger der Fall“, sagt Remmers.

Um die Schirmherrschaft zu unterstreichen, bekam Ministerpräsident Weil Präsente, unter anderem in Form von Postkarten mit plattdeutschen Schriftzügen. Diese könne Weil dann mit in den Landtag nehmen, sagte Thomas Kossendey, Präsident der Oldenburgischen Landschaft. Und beispielsweise „Sabbel nich, dat geit!“ in die Höhe halten, wenn es mal wieder Unstimmigkeiten in der Sitzung gebe. Und passend zum Thema: „Tro di wat“: Trau dich was – sprich Platt.

So kommen Sie ganz leicht in ein (plattdeutsches) Gespräch:

„Moin!“ geht doch leicht von den Lippen. Wenn Sie sich jetzt noch über das werte Befinden Ihres Gegenübers erkundigen wollen, fragen Sie: „Wo geiht di dat?“ (Wie geht es Dir?). Darauf antwortet man im besten Fall: „Mi geiht dat goot“ (Mir geht es gut). Und wenn man keine Uhr dabei hat: „Wo laat is dat?“ (Wie spät ist es?). Nordniedersächsisch ist im Nordwesten übrigens am weitesten verbreitet.

Und noch etwas zum Beeindrucken: Plüschmors (wortwörtlich Plüschhintern) heißt Hummel, Plüschappel heißt Pfirsich, Ackerschnacker ist ein neues Wort für Handy, Ankiekbook heißt Facebook oder Miendientje (Mein&Dein): der Warentrenner an der Kasse

Originelle saterfriesische Wörter sind bspw. Flitterke (Schmetterling) oder Poadestoul (saterfriesisch für Pilz – wortwörtlich Froschstuhl)

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Tonia Hysky Redakteurin / Newsdesk
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