WESTERSTEDE - In Deutschland steigen die Neuinfektionen. Der Mitmach-Parcours soll Jugendliche für Aids sensibilisieren.

von birte tripke

WESTERSTEDE - Sigrid Exner hält einen blauen Samtbeutel in den Händen, der so allerlei Neugier umwittertes birgt. Der Reihe nach dürfen die Jugendlichen hineingreifen. Zum Vorschein kommt nacheinander alles, was es zur Verhütung von Schwangerschaft oder zum Schutz vor Infektionen auf dem Markt gibt.

Exner ist eine der Mitarbeiterinnen, die an den fünf Stationen mit den Schwerpunkten Übertragung, Schutz vor HIV, Verhütung, Leben mit HIV-Betroffenen und Körpersprache zur Sexualität Rede und Antwort steht. Insgesamt 300 Schüler aus den Klassen neun und zehn der Robert-Dannemann-Schule sowie der Berufsbildenden Schule Westerstede nehmen am „Mitmach-Parcours zum Thema Aids, Liebe und Sexualität“ teil, der an zwei Tagen in der Robert-Dannemann-Schule aufgebaut ist. Der Mitmach-Parcours ist ein informatives, erlebnisorientiertes Projekt zur Aids-Prävention und soll zur aktiven Auseinandersetzung mit der Problematik anregen. Veranstalter ist die Bundeszentrale für gesundheitliches Aufklärung (BZgA), die in Zusammenarbeit mit der Sozialarbeit der beiden Schulen, dem Westersteder Jugendzentrum sowie der Oldenburgischen Aids-Hilfe und dem Gesundheitsamt des Landkreises Ammerland spielerisch und kommunikativ aufklären wollen. „Aufklärung und Prävention müssen Bestandteil des Unterrichts

sein“, sagt Schulleiter Peter Wolf , „die Jugendlichen fiebern nach Informationen.“

Der Mitmach-Parcours soll ein Baustein zu bestehenden Präventionsangeboten sein. Gleichzeitig haben die Teilnehmer die Möglichkeit, die beteiligten Anlaufstellen und ihre Berater kennenzulernen. Das baut Hemmschwellen ab, eine Beratung aufzusuchen.

Die Reaktion der Schüler ist eindeutig. „Das macht Spaß. Hier findet man Dinge heraus, die man wissen möchte“, so der 16-jährige Valentin Warkentin.