WESTERSTEDE - Das Gymnasium Europaschule ist ein vertrauter Ort für Dominika Urzkiewicz – vor zwei Jahren war sie Teilnehmerin im ersten Austauschprogramm des Projekts „Umwelt baut Brücken“, an dem die Schule sich beteiligte.

Damals lernte Urzkiewicz auch den Ammerländer Bundestagsabgeordneten und parlamentarischen Staatssekretär Thomas Kossendey kennen. Mit dem Austausch wollte sich die Schülerin nicht zufrieden geben und so kam es, dass sie jetzt – kurz nachdem sie ihr Abitur bestanden hat – ein Praktikum im Büro von Kossendey absolviert.

Einen Monat hat sie Gelegenheit, die alltägliche Arbeit in der deutschen Politik kennen zu lernen und natürlich auch die Schule wieder zu sehen, an der ihre „Karriere“ in Deutschland begann.

Gemeinsam mit Kossendey kam die Polin jetzt zurück an die Europaschule, um sich mit Schülern der Klasse 11c auszutauschen und über die deutsch-polnischen Beziehungen zu diskutieren.

Die Schüler wollten vor allem wissen, wie man nach Meinung des Politikers und seiner Praktikantin Vorurteile abbauen könne und wie überhaupt die verschiedenen Generationen in Polen ihre deutschen Nachbarn wahrnehmen.

Ihr eigenes Programm werteten die Schüler dabei sehr positiv, befürchten aber, dass Schüler an anderen Schulformen und besonders die Hauptschüler bei solchen Aktivitäten auch aus finanziellen Gründen benachteiligt seien.

Diese Befürchtung teilten allerdings weder Kossendey und Urzkiewicz noch Michael Timpe, Deutschlehrer und Projektleiter für „Umwelt baut Brücken“. Die Fördermöglichkeiten und die Unterstützung aus der Politik seien so gut wie noch nie, betonte Timpe.

Dominika Urzkiewicz jedenfalls möchte Deutschland noch viel besser kennen lernen und vielleicht hier studieren. „Polen kann in vieler Hinsicht von Deutschland lernen“, ist sie überzeugt. Einige der deutschen Schüler nahmen sich ihren Gast spontan zum Vorbild und erkundigten sich bei Kossendey nach Möglichkeiten, ihrerseits ein Praktikum bei einem polnischen Politiker zu machen. Der Staatssekretär freute sich zwar über die Begeisterung, musste ihr aber auch einen vorsichtigen Dämpfer verpassen. Ganz ohne polnische Sprachkenntnisse würde das vermutlich schwer werden, so Kossendey.